Mittwoch, 25. März 2009

US-Taucherteam erkundet Toplitzsee:
Hoffnung auch "NS-Schätze" zu bergen

  • Gewässer soll vermessen und katiert werden
  • Vertrag mit Bundesforsten kurz vor Unterzeichnung

US-Tauchspezialisten wagen sich zu Vermessungs- und Kartierungsarbeiten in die Tiefen des Toplitzsees. Die Hoffnung doch noch auf einen "Schatz" aus der NS-Zeit zu stoßen, schwingt jedoch auch bei diesem Einsatz mit. Die amerikanische Tauchtruppe rund um Scott Normann soll nach einigen Verzögerungen jetzt den Vertrag mit den Bundesforsten für Sondierungstauchgänge im See unterzeichnen.

Davor war schon die Genehmigung der Naturschutzbehörde für die Erkundungen in dem an sich für Taucher gesperrten steirischen Alpensee erteilt worden.

Kartierung des Sees ab Mitte April
Der Beginn der Vermessungs- und Kartierungsarbeiten war bereits mehrmals - wie kolportiert wegen gesundheitlicher Probleme des Expeditionsleiters Normann - verschoben worden. Mit der Unterzeichnung werde jedoch laut Bernhard Schragl von den Bundesforsten der Vertrag nun gültig. Ab Mitte April bzw. sobald die noch etwa 30 Zentimeter dicke Eisschicht geschmolzen ist, wird der 77-jährige Amerikaner mit seiner Spezialausrüstung die Sondierungen vornehmen, die bis zur touristischen Hauptsaison etwa im Juni abgeschlossen sein müssen.

Schragl stellte jedoch klar, dass der Vertrag nur in Verbindung mit der Genehmigung der Naturschutzbehörde gültig sei. Diese habe Normann bereits im Oktober das Okay gegeben, so Paul Kaufmann, zuständiger Beamter für den Bezirk Liezen. Auch mit Umweltanwältin Ute Pöllinger sei die Expedition abgeklärt worden.

Verborgene "Schätze" aus NS-Zeit
Offiziell geht es bei dem Taucheinsatz zwar um die Kartierung des kleinen Sees im steirischen Salzkammergut, doch wie schon bei den unzähligen vergangenen Expeditionen schwingt auch die Hoffnung mit, ihm eine oder andere Geheimnis aus der NS-Zeit zu entlocken. Sollte Normann jedoch die vermuteten "Schätze" aus dem Gewässer orten und herausholen wollen, müsste zusätzlich ein limnologisches Gutachten erstellt werden, um den sensiblen Lebensraum nicht zu gefährden, so Kaufmann.

Tauchexpedition als TV-Doku
Der Grund des Interesses der Bundesforste an einer vollständigen Kartierung: "Sogenannte Schwarztaucher stören trotz Tauchverbotes regelmäßig die Ruhe des Toplitzsees. Erst wenn die Gerüchte um einen angeblich im Toplitzsee verborgenen Schatz aus der Nazi-Zeit gelüftet sind, ist der Schutz des sensiblen Ökosystems gewährleistet," so Schragl. Finanziert werde die Forschung des 60-köpfigen US-Teams durch eine filmische Dokumentation im Auftrag der TV-Sender Discovery Channel und NBC. (apa/red)

25.3.2009 14:21