Zilk "politischer Berater, aber nicht Agent"?
Stapo-Akte soll nun doch aufgetaucht sein!
- Entlastet? Wusste von Weitergabe an Geheimdienst
- War Helmut Zilk IHRER MEINUNG nach ein Spion?

·Zilk ein Spion? Bilden Sie sich Ihre Meinung
DOWNLOAD: Neu entdeckter Original-Akt
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·Zilk vor 10 Jahren
im Interview mit Worm
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in Österreich vorhanden
·Hitzige Debatte über
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profil: Fakten, Reaktionen
und Zilks neues Image
·Spion Zilk bespitzelte
Kreisky, Klaus und Co.
Zilk war Informant des CSSR-Geheimdienstes
Der Fall Zilk wird immer ominöser. Nun sollen doch Teile der Akte Zilk entdeckt worden sein. Sie bestätigen Kontakte des verstorbenen Wiener Altbürgermeisters mit dem tschechoslowakischen Geheimdienst. Darin wird Zilk zwar nicht als Agent, aber als Gesprächspartner des Geheimdiensts StB bezeichnet. Ihm soll auch bewusst gewesen sein, dass seine Angaben dem Geheimdienst zur Verfügung stehen würden. Ob Geld geflossen ist, geht aus den Papieren nicht hervor.
Der Original-Stapo-Akt in Papier dürfte laut einem "Zeit im Bild"-Bericht vernichtet, jedoch auf Mikrofilm archiviert worden sein. Dieser ist nun im Staatsarchiv gefunden worden. Geführt wurde der Fall Zilk unter dem Namen "Mittwoch". Angelegt worden ist der Akt nach dem Prager Frühling 1968.
Dem Bericht zufolge soll Zilk den Wunsch geäußert haben, dass seine Mitteilungen nicht zum Schaden Österreichs verwendet werden sollten. Unter anderem soll er über Gespräche mit dem damaligen SPÖ-Vorsitzenden Bruno Kreisky berichtet haben.
Dem Geheimdienst soll Zilk wichtig gewesen sein und deswegen mit Samthandschuhen angefasst worden sein. Außerdem soll einer der Führungsoffiziere, Jiri Starek, nach dem Prager Frühling in Österreich geblieben sein und kurzfristig ein Büro im ORF bekommen haben, wo Zilk Programmdirektor war.
Bacher weiß nichts von ORF-Büro
Der ehemalige ORF-Generalintendant Gerd Bacher kann die Angaben in der teilweise aufgetauchten Stapo-Akte über Helmut Zilk, wonach der tschechoslowakische Führungsoffizier Jiri Starek nach dem Prager Frühling 1968 ein ORF-Büro bekommen habe, nicht bestätigen. Er wisse nichts davon, könne sich das aber auch nicht vorstellen, so Bacher.
Selbst wenn das - etwa aufgrund des sowjetischen Einmarsches in der CSSR - passiert sein sollte, hätte er das nicht erfahren. "Büros habe ich nicht vergeben", so der langjährige Freund Zilks. Er könne sich das aber nicht vorstellen, denn man habe damals im Sinne der österreichischen Neutralität besonders auf Objektivität Wert gelegt.
Zilk soll 60 Mal CSSR-Agenten getroffen haben
Zilk habe sich rund 60 Mal mit Agenten des Geheimdienstes der damals kommunistischen Tschechoslowakei (CSSR) getroffen, und es sei auch Geld geflossen, erklärte "profil"-Chefredakteur Herbert Lackner in der ORF-Sendung "Im Zentrum". "Ich kotze gleich", reagierte Dagmar Koller, die Witwe des im Vorjahr verstorbenen ehemaligen Bürgermeisters Zilk. Was hier gemacht werde, sei "schmutziger Journalismus", attackierte Koller den Journalisten.
Faymann hält Erklärung für "ausreichend"
Bundeskanzler Werner Faymann hält auch nach dem Auftauchen neuer Fakten in der Affäre Zilk keine Historiker-Kommission oder ähnliches für notwendig. Wie er in einer Pressekonferenz nach dem Parteivorstand betonte, seien die Vorwürfe der letzten Tage nicht neu und der frühere Wiener Bürgermeister habe zu Lebzeiten bereits dazu Stellung genommen. Diese Erklärungen seien aus seiner Sicht "völlig ausreichend" gewesen.
(apa/red)
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