Lehrer bereit zum Streik: Gewerkschaft könnte jederzeit Kampfmaßnahmen starten
- Beschluss der GÖD-Konferenz ermächtigt Präsidium
- Junglehrer demonstrierten vor Unterrichtsministerium
Plus: Ihr Kommentar zum andauernden Bildungsstreit

·Schmied gewährte
Einblick ins Budget
Gewerkschaft will
Zahlen nun analysieren
·Vernichtende Kritik an Schulverwaltung
Expertenanalyse von Rechnungshof und Wifo
·Hoffen und Bangen für 2.400 Junglehrer
Ministerin Schmied für Aufnahmestopp bis 2011
·Erste Ausreißer in Kampffront der Lehrer
"Profs Pro": Plattform für mehr Dialog mit Schmied
Auf der Bundeskonferenz der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) ist ein Vorratsbeschluss gefasst worden, wonach das Präsidium innerhalb kürzester Zeit einen Lehrerstreik gegen die geplante Ausweitung der Unterrichtsverpflichtung ausrufen könnte. GÖD-Chef Neugebauer hofft weiter auf eine andere Lösung. Unterrichtsministerin Schmied würde einen Streik für "völlig unangebracht" halten.
Der Vorratsbeschluss wurde einstimmig gefasst und die Geschlossenheit der Abstimmung zeige auch, dass es jederzeit zu geschlossenen Maßnahmen kommen könne, erklärte Neugebauer im Anschluss an die rund dreistündige Sitzung. Um Streikgeld zu bekommen, bräuchten die Lehrer allerdings noch die Zustimmung des ÖGB-Bundesvorstandes.
Vertreter sehen sich gestärkt
Die Lehrervertreter sahen sich durch den Beschluss "zusätzlich gestärkt", so auch Walter Riegler, Chef der Pflichtschullehrergewerkschaft. Man wolle aber weiterhin mit Schmied verhandeln. Ein weiteres Gespräch soll Anfang nächster Woche stattfinden, so Riegler. Laut AHS-Lehrergewerkschafterin Eva Scholik finden Streiks spätestens dann statt, wenn Schmieds Entwurf in Begutachtung geht. Das geschieht laut Ministerium nicht vor dem 21. April. Es dürfte also noch Zeit bleiben.
Schmied hielte es für "völlig unangebracht", wenn die Lehrer ihre Streikdrohung wahr machen. Die heutige Entscheidung der Gewerkschaft sei nicht ein "so mächtiges, radikales Signal", erklärte sie am Rande des SPÖ-Präsidiums. Sie geht davon aus, dass man nächste Woche eine Lösung finden wird, nachdem sie der Gewerkschaft Einblick in ihr Budget gewährt hatte.
Junglehrer-Demo vor Unterrichtsministerium
Einen Vorgeschmack auf einen möglichen Streik gab es aber schon: Rund 50 junge Pädagogen aus Wien, die derzeit ihr Unterrichtspraktikum absolvieren, demonstrierten vor dem Unterrichtsministerium gegen die Schmieds Pläne.
In einem Brief, der dem Ministeriumsvertreter, Sektionschef Wolfgang Stelzmüller, überreicht wurde, warnten die Unterrichtspraktikanten davor, dass Junglehrer ohne Aussicht auf eine Stelle, sich "Alternativen in anderen Ländern oder in der Privatwirtschaft suchen müssen".
Stelzmüller versuchte die Demonstranten zu beruhigen: Er bezeichnetet den befürchteten Aufnahmestopp für Lehrer als "Gerücht".
Die Unterrichtspraktikanten zeigten sich zudem über die Art, in der die Lehrerdebatte geführt wird, empört. "Wir sind keine Zahlen und kein Budget, wir sind Menschen", so eine Teilnehmerin. Von Schmied wünschten sich die Unterrichtspraktikanten "Mitwirkung an einer Verbesserung des Lehrerimages" und kritisierten, sie habe durch ihre Medienarbeit "eine negative Imagekampagne gegen die Lehrerschaft in Gang gebracht".
(apa/red)
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