Mittwoch, 25. März 2009

SPÖ wird Swoboda in EU-Schlacht schicken:
Wiener rittert zum 3. Mal um Parlamentssitz

  • Großer Favorit für Listenplatz 1 hat sich durchgesetzt
  • Niederösterreichische SPÖ mit Kadenbach vertreten

Die SPÖ geht ein drittes Mal mit Hannes Swoboda an der Spitze in eine EU-Wahl. Wie 1996 und zuletzt 2004 steht der frühere Wiener Planungsstadtrat auf Platz eins der sozialdemokratischen Liste. Als Wahlziel gab Swoboda aus, Platz eins in der heimischen Wählergunst zu verteidigen. Europäisch gesehen will er den Einfluss der Konservativen im Europaparlament zurückdrängen.

Insgesamt gut fünfeinhalb Stunden tagten bei der SPÖ Präsidium und Vorstand, ehe die Kandidatenliste endgültig feststand. Wiewohl es ein ziemliches Gerangel zwischen den Bundesländern um die Listenplätze gab, setzte es letztlich im Vorstand nur eine Gegenstimme. Zu den Verlierern zählt der als Aufdecker prominent gewordene Vorarlberger EU-Abgeordnete Herbert Bösch, der nur auf Platz sieben kam und somit auf einem Kampfmandat steht. Ebenfalls leer geht diesmal Kärnten aus, das bisher mit Wolfgang Bulfon vertreten war.

Gleich hinter Swoboda findet sich auf der Liste Evelyn Regner, langjährige Leiterin des ÖGB-Büros in Brüssel. Um die eigene soziale Kompetenz besser sichtbar zu machen, hat die SPÖ auch einen Quereinsteiger in europäischen Fragen auf ihre Liste gesetzt. Josef Weidenholzer ist Präsident der Volkshilfe und Vorstand des Instituts für Gesellschafts- und Sozialpolitik an der Uni Linz und auf Platz fünf ziemlich gut abgesichert, hat die SPÖ vor fünf Jahren doch sieben Mandate errungen. Einzige Gefahr für ihn ist, dass die derzeitige Delegationsleiterin Maria Berger doch nicht den von ihr angepeilten Job im Europäischen Gerichtshof bekommt. Dann müsste Weidenholzer den für die oberösterreichische SPÖ reservierten Posten an die frühere Justizministerin wieder abtreten.

Wieder in Brüssel vertreten ist auch die niederösterreichische SPÖ, die diesmal die frühere Landesrätin Karin Kadenbach auf dem sicheren Listenplatz vier entsendet. Die Steiermark wird weiterhin durch Jörg Leichtfried vertreten, der direkt hinter Swoboda und Regner auf drei platziert wurde. Christa Prets tritt noch einmal für das Burgenland an, könnte mit ihrem sechsten Platz auf der Liste aber bei einem sehr schwachen Abschneiden der Sozialdemokraten in Nöte geraten.
(apa/red)

25.3.2009 18:35