Montag, 23. März 2009

Grete Laska legt ihr Amt in Wien nieder:
Rücktritt der Wienerin offiziell bestätigt

  • Christian Oxonitsch wird als Stadtrat nachfolgen
  • FPÖ-Parteichef Strache vermutet ein "Bauernopfer"

Die längstgediente Wiener Stadträtin, Grete Laska, hat ihren Rückzug aus der Politik verkündet. Der Grund: Sie wolle ihrer Familie künftig als Vollzeit-Großmutter zur Verfügung stehen, wie die 57-Jährige mitteilte. Ihr Nachfolger wird der 47-jährige Rathaus-Klubobmann Christian Oxonitsch, der sein vorheriges Amt seit 2001 innehatte.

"Ich gebe meiner Familie das zurück, was mir meine Mutter damals gegeben hat", so die 57-Jährige. Bürgermeister Häupl zeigte sich "wehmütig" über den Schritt seiner langjährigen Weggefährtin und wies ebenfalls Spekulationen nach einem politischen Hintergrund zurück: "Ich bin es ein bisschen leid, dass man persönliche Entscheidungen nicht zur Kenntnis nehmen will."

Offiziell soll der Wechsel im Gemeinderat am Donnerstag vollzogen werden. Laskas Nachfolge im Amt als zweiter Vizebürgermeister neben Finanzstadträtin Renate Brauner übernimmt nicht Oxonitsch, sondern Wohnbaustadtrat Michael Ludwig. Der Nachfolger von Oxonitsch soll innerhalb der kommenden zwei Wochen präsentiert werden.

Laska hatte ihr Amt 1994 angetreten und war damit das längstgediente Mitglied der Stadtregierung. Zuletzt war sie wegen der Vorkommnisse rund um die Errichtung des neuen Riesenradplatzes in die Kritik geraten.

"Logische Konsequenz ihrer Flops"
ÖVP-Rathausklubchef Tschirf bezeichnete den Laska-Abgang als "logische Konsequenz aus den von ihr zu verantworteten Flops der letzten Monate". Das Spektrum reiche hier vom Riesenradplatz bis hin zum "Finanzdebakel Fanzone Hanappi-Stadion". Die Grüne-Klubobfrau Vassilakou bezeichnete den Rücktritt als überfällig: "Laska hinterlässt einen riesigen Scherbenhaufen, der Häupl noch lange schwer im Magen liegen wird."

FPÖ-Chef Strache ortete im kolportierten Laska-Abgang ein "Bauernopfer", um Bürgermeister Häupl als Macher und Manager verkaufen zu können. Er forderte auch "Bremsklotz" Häupl zum Rücktritt auf. BZÖ-Chef Scheibner ortete den Beginn einer Rücktrittswelle der Wiener SPÖ-Führung.

(apa/red)

23.3.2009 15:43