Liebesgrüße aus Prag: Hitzige Debatte um
Helmut Zilks dunkle Agenten-Vergangenheit
- Dagmar Koller kritisiert Enthüllungen aufs Schärfste
- "profil" veröffentlicht Beweise für Zilks CSSR-Dienste
IHR KOMMENTAR: War Helmut Zilk ein Geheimagent?

·Spion Zilk bespitzelte
Kreisky, Klaus und Co.
Zilk war Informant des CSSR-Geheimdienstes
·Fekter: "Akten sind schon vernichtet"
Opposition fordert Aufklärung der Vorwürfe
·Die Akte Zilk aus den Jahren 1965 bis 1974
CSSR-Staatssicherheit:
Auszüge aus den Akten
·Historiker Karner für eine Expertengruppe
Zilk-Akten doch noch
in Österreich vorhanden
Die "profil"-Enthüllungen über Helmut Zilks Agentenvergangenheit schlagen derzeit hohe Wellen. In der ORF-TV-Sendung "Im Zentrum" wurde zum Thema "War Zilk ein Spion?" eine hitzigen Debatte entfacht. Helmut Zilk habe sich rund 60 Mal mit Agenten des Geheimdienstes der damals kommunistischen Tschechoslowakei (CSSR) getroffen, und es sei auch Geld geflossen, erklärte "profil"-Chefredakteur Herbert Lackner in der Sendung.
"Ich kotze gleich", reagierte Dagmar Koller, die Witwe des im Vorjahr verstorbenen ehemaligen Bürgermeisters Zilk. Was hier gemacht werde, sei "schmutziger Journalismus", attackierte Koller den Journalisten.
Grund für die Diskussionsrunde war die aktuelle Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil", in welcher berichtet wird, dass von Zilk unterschriebene Quittungen vorlägen, die beweisen sollten, dass der damalige TV-Journalist zwischen Dezember 1965 und Juni 1968 gegen Bezahlung Spitzeldienste für den Geheimdienst der damaligen CSSR geleistet habe. In Summe habe Zilk umgerechnet rund 30.000 Euro erhalten; die erste Tranche habe damals 5.000 Schilling betragen.
Professor bestätigt Dokumente
Ein Experte und Professor an der Akademie der Wissenschaften in Tschechien habe die Akten überprüft und festgestellt, dass es sich hierbei nicht um eine Fälschung handle, konstatierte Lackner. Der größte Teil der Geldübergaben habe in Prag stattgefunden, und Zilk - damals Journalist - habe vom Geheimdienst konkrete Aufträge bezüglich Informationsbeschaffung bekommen, kommentierte Lackner die ihm vorliegenden Unterlagen.
Es ginge in erster Linie darum die Wahrheit zu erfahren, betonte der ehemalige ORF-Generalintendant und langjährige Freund Zilks, Gerhard Bacher. Nun sei die Staatsanwaltschaft am Zug und müsse die Vorwürfe prüfen. Sollten die Anschuldigungen gegen Zilk wirklich wahr sein, dann würde dies dessen politischen Ruf posthum vernichten, meinte Bacher weiter. Er selbst habe nie Unterlagen gesehen.
(apa/red)
Mehr zur Debatte um "Agent Zilk" unter www.profil.at!
Fall Heidrun Wastl13:58
Die irre BeichteTatverdächtiger Erich W. spricht von Unfall - "Ich habe sie vermutlich getroffen"
Anders Behring Breivik19:11
War er Einzeltäter?Norwegens Polizei ist sicher, dass der Attentäter die Anschläge allein ausgeführt hat
