Dienstag, 24. März 2009

Liebesgrüße aus Prag: Hitzige Debatte um
Helmut Zilks dunkle Agenten-Vergangenheit

  • Dagmar Koller kritisiert Enthüllungen aufs Schärfste
  • "profil" veröffentlicht Beweise für Zilks CSSR-Dienste
    IHR KOMMENTAR: War Helmut Zilk ein Geheimagent?

Die "profil"-Enthüllungen über Helmut Zilks Agentenvergangenheit schlagen derzeit hohe Wellen. In der ORF-TV-Sendung "Im Zentrum" wurde zum Thema "War Zilk ein Spion?" eine hitzigen Debatte entfacht. Helmut Zilk habe sich rund 60 Mal mit Agenten des Geheimdienstes der damals kommunistischen Tschechoslowakei (CSSR) getroffen, und es sei auch Geld geflossen, erklärte "profil"-Chefredakteur Herbert Lackner in der Sendung.

"Ich kotze gleich", reagierte Dagmar Koller, die Witwe des im Vorjahr verstorbenen ehemaligen Bürgermeisters Zilk. Was hier gemacht werde, sei "schmutziger Journalismus", attackierte Koller den Journalisten.

Grund für die Diskussionsrunde war die aktuelle Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil", in welcher berichtet wird, dass von Zilk unterschriebene Quittungen vorlägen, die beweisen sollten, dass der damalige TV-Journalist zwischen Dezember 1965 und Juni 1968 gegen Bezahlung Spitzeldienste für den Geheimdienst der damaligen CSSR geleistet habe. In Summe habe Zilk umgerechnet rund 30.000 Euro erhalten; die erste Tranche habe damals 5.000 Schilling betragen.

Professor bestätigt Dokumente
Ein Experte und Professor an der Akademie der Wissenschaften in Tschechien habe die Akten überprüft und festgestellt, dass es sich hierbei nicht um eine Fälschung handle, konstatierte Lackner. Der größte Teil der Geldübergaben habe in Prag stattgefunden, und Zilk - damals Journalist - habe vom Geheimdienst konkrete Aufträge bezüglich Informationsbeschaffung bekommen, kommentierte Lackner die ihm vorliegenden Unterlagen.

Es ginge in erster Linie darum die Wahrheit zu erfahren, betonte der ehemalige ORF-Generalintendant und langjährige Freund Zilks, Gerhard Bacher. Nun sei die Staatsanwaltschaft am Zug und müsse die Vorwürfe prüfen. Sollten die Anschuldigungen gegen Zilk wirklich wahr sein, dann würde dies dessen politischen Ruf posthum vernichten, meinte Bacher weiter. Er selbst habe nie Unterlagen gesehen.

(apa/red)

Mehr zur Debatte um "Agent Zilk" unter www.profil.at!

24.3.2009 07:46
Antal, 24. 03. '09 13:30
Wer war das wohl?
Angeblich hat man das schon viele Jahre gewusst. Warum hat man dann gewartet bis Hr. Zilk toto ist? Hatte man vielleicht Angst dass er auch etwas weiß?
vidaamable, 24. 03. '09 07:32
Tote anpatzen?
Komisch, wie sensibel die Sozis da plötzlich sind. Einem angeblichen Nazi namens Nowotny hat man ganz non-chalant das Ehrengrab aberkannt. Hat ER sich wehren können? Wie ist das mit der Schande über seine Familie?
Zilk hatte ja viele Jahre Gelegenheit, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen - u. er hat beinhart gelogen. Also geschieht es ihm Recht.
Lachhaft, wenn Frau Koller mit dem Kruzifix in der Sendung "Im Zentrum" auftritt. Da kommt ja ganz fix die theatralische Soubrette hoch. Was haben Agnostiker u. Freimaurer plötzlich mit Jesus Christus am Hut?
Fazit: Die Causa gehört bis ins letzte Detail aufgeklärt und bei Bestätigung dieser Zilk alle Würden und das Ehrengrab aberkannt.
write, 24. 03. '09 07:39
Re: Tote anpatzen?
Es wäre- das ist übrigends die Meinung von Portisch und Bacher- total falsch, diese Sache nicht restlos aufzuklären!
Hat Zilk nichts getan ist ja auch die Aufregung unnötig (samt Kreuzerlzeigen und Kerzerl anzünden sowie einseitigen Geschreibsel vom Dichand)
Hat er aber was getan- und alles deutet belegbar darauf hin- sollte es mit allen Konsequenzen (Ehrengrab usw.) aufgedeckt werden.
Ein untersuchen der Holecakte hat nichts mit anpatzen zu tun- Zilk war ja kein Heiliger!
Antal, 23. 03. '09 18:00
Wer war das wohl?
Diese "Attaccke" gegen einen wehrlosen sieht ganz nach ÖVP aus.
write, 24. 03. '09 07:40
Re: Wer war das wohl?
Nein- nach korrektem Journalismus des roten Profil!
bodomalo, 23. 03. '09 15:49
Ganz grauslich
Jetzt wo er gestorben ist mit so etwas daher zu kommen. Es sieht genau so aus: Der kann sich nicht mehr wehren, also können wir jetzt machen was wir wollen. Die Koller hat ganz zu recht gestern Abend einen Koller bekommen, als ihr diese Dienstmädchenrechnungen vorgelesen wurden. 'Herr Zilk möchte einen Luster' 'Gut wir schicken einen Katalog' Herr Zilk sucht sich diesen Luster aus usw. Also so was lächerliches hab ich ja noch nie gehört. Die Summen um die es geht sind Armselig, wahrscheinlich sind es also wirklich getürkte Akten in denen jemand an sich selbst Geld ausgezahlt hat. Der Zilk war eine richtige Persönlichkeit, wahrscheinlich die letzte die wir in Österreich hatten. Und ich glaub der Dagmar Koller 10 mal mehr als jedem Journalistenfuzzi mit seinem süffisanten Lächeln.
sidestep, 23. 03. '09 12:00
Stellungnahmen-Analyse
FAYMANN sagt: "Ich habe zu Lebzeiten mehrmals zu diesen unhaltbaren Vorwürfen Stellung genommen. Sie nach seinem Tod wieder aufzurollen ist unnötig und pietätlos."
Analyse: KEINE KLARE ABSAGE GEGEN DAS GERÜCHT!
SCHOLZ sagt: "Scholz meinte in der ZiB, dass die Spionage-Vorwürfe geschmacklos seien. Was in den Akten des tschechischen Geheimdienst stehe, müsse nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen.
Analyse: KEINE KLARE ABSAGE GEGEN DAS GERÜCHT
EHEMALIGER GENERALINTENDANT DES ORF BACHER:
Man muss alles klären und alles muss auf den Tisch!
Analyse: KEINE KLARE ABSAGE AN DAS GERÜCHT!
Das alles sind aber angebliche Freunde des Dr. ZILK!
Wenn die schon zweifeln dann weiß man doch, was man von den Vorwürfen zu halten hat. Prifl könnte das niemals riskieren, wenn das nicht stimmen würde!
bodomalo, 23. 03. '09 15:51
Re: Stellungnahmen-Analyse
Was willst denn dann als Absage hören? Was soll der Faymann denn sagen damit du zufrieden bist? Mehr als: Das stimmt nicht, kann er ja a nicht -und wenn ers schon vorher 5 mal gsagt hat braucht er es ja nicht noch 5 mal zu wiederholen.
fehmonnalisa, 23. 03. '09 10:43
pietätlos
ich kann frau koller nur recht geben .--es ist zum kotzen---wenn ich die zeitung profil im abo hätte dann würde ich sie sofort kündigen
schon als kind lernten wir , eiem toten spricht man nichts schlechtes nach..also wem bringen solche schmierereien was? AUS DEN SCHMIERFINKEN
klugscheisser8, 23. 03. '09 11:23
Re: pietätlos
na wenns nach ihrer kindergartenlogik geht, dürfte man auch nichts Schlechtes über Hitler sagen, oder?
sidestep, 23. 03. '09 11:31
Bravo "Klugscheisser"
Bravo Klugscheisser! Endlich ein Argumnet das die Wahrheit schonungslos anspricht! Genau so ist es! Dem ist wirklich nichts hinzuzufügen außer, dass der Nick nicht so gut klingt!
bodomalo, 23. 03. '09 15:55
Re: pietätlos
wie schön dass ihr den Zilk gleich mit dem Hitler vergleicht. Ich seh schon, ihr liegts auf der richtigen Prioritätsebene.
P.S: Beim Hitler wärs eher geschmacklos wenn man ihm nachsagen würde er war ja so ein Menschenfreund und liebte alle anderen Rassen. Aber jemanden der sein ganzes Leben lang unbescholten war, und der bis zu seinem Tot allseits beliebt war, so etwas nachzusagen ist einfach Schmiererei. Ihr werdet sehen - in ein paar Wochen ist die Gschichte gegessen, weil nix rauskommt - und dann hat das Profil schön am Zilk herum geschmiert. Das ist das wahre Problem. Mir fällt überhaupt auf dass das Profil immer mehr verkommt. Eigentlich sollte die Geschichte doch von News oder Österreich aufgedeckt werden...
sidestep, 23. 03. '09 18:33
Bist ein echter Roter bodomalo oder?
Bist ein echter Roter mit Parteibüchel "bodomalo" oder? Weißt du warum bisher alles im Sande verlaufen ist? Weil Agenten wie der Zilk (vielleicht) einer war, in der Lage sind, alle Spuren zu verwischen. Preisfrage für dich: Warum hat das Innenministerium vor Jahren schon alle Akte über Zilk vernichtet? Weil er so unschuldig ist vielleicht? Was den Hitlervergleich anbelangt hast wieder voll daneben gegriffen. Das war natürlich ganz anders gemeint wie du es aufgefasst hast. Vielleicht solltest bei Gelegenheit einmal beim Billa groß einkaufen. Der Hausverstand ist dort angeblich ganz billig zu kriegen!
gummistieferl, 23. 03. '09 18:42
Re: pietätlos
Was willst einer ewig unterdrückten Frau recht geben, von einem schweren alkoholiker die zu dieser zeit gar nicht mit zilk verheiratet war.
thaddaeus1947, 23. 03. '09 10:00
Wieviel Profil, hat die Zeizung PROFIL?
Herr Dr. ZILK konnte diese Vorwürfe im Jahr 1998 bereits stichhaltig entkräften. Wo war das Magazin PROFIL um diese Zeit? Obwohl ich in dieser Ära erst 20 Jahre alt war, so kommt mir die ganze Sache etwas suspekt vor?
Vermutlich wieder einmal eine Zeitungsente a la Hitlertagebuch? a.l.
sidestep, 23. 03. '09 10:41
Re: Wieviel Profil, hat die Zeizung PROFIL?
Von entkräften keine Spur! Es hat nur niemand nachgesetzt, weil man den mächtigen Zilk fürchtete. Jetzt, wo er tot ist, traut man sich halt. Das ist zwar mehr als verwerflich aber - wie gesagt - von Entkräftigung keine Spur. Man hat nur ruhig gehalten!
sidestep, 23. 03. '09 09:36
An alle die Zilk für unantastbar halten!
Ob es sinnvoll ist, jemand der gestorben ist, noch "in die Öffentlichkeit" zu zerren, ist fraglich und hat offensichtlich nur den Zweck, die Auflage des Profils zu steigern. Die gespielte Empörung eines Fischers, eines Faymanns und wie die Parteisoldaten alle heißen, ist genauso entbehrlich. Eine Frage muss aber erlaubt sein: Warum klagt die Witwe nicht, wenn alles so flasch ist, wie behauptet wird. Den Prozess müsste sie ja haushoch gewinnen oder ist doch etwas dran an den Vorwürfen am "Gutmenschen" Zilk?
g.hill, 23. 03. '09 08:48
Dr.Zilk ein Spion?
Helmut Zilk war durch die "Stadtgespräche" die 1964 in Prag stattgefunden haben in der damaligen Tschechoslowakei sehr populär. Ab 1966 als der Kommunismus langsam zu bröckeln begann und ein neuer politischer Kurt eingeschlagen wurde, hat der Geheimdienst von allen Leuten die für diese neue politische Richtung standen, bekannt, angesehen und beliebt waren, Akte angelegt. Gegebenenfalls wollte man diese "Aufzeichnungen" verwenden um die Personen mundtot zu machen. Es ist schrecklich zu sehen, wie Artikelschreiber die Möglichkleit haben, ohne irgendwelche Konsequenzen, Meldungen zu verbreiten
Der-Meidlinger, 23. 03. '09 08:42
BLÖDSINN PUR
Ich habe schon viel Blödsinn gelesen, aber dieser Blödsinn übertrifft alles bisherige.