Zwei Klassen Arbeitnehmer: NEWS- Redakteur Leeb über drohenden Unfrieden
- Solidaritätsfrage: Jeder muss seinen Beitrag leisten
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Lehrer haben es dieser Tage schwer. Sie finden kaum Sympathie für ihre beharrliche Weigerung, zwei Stunden mehr Unterricht in den Klassen zu geben. Die einzige Schützenhilfe kommt von ihren Kollegen im öffentlichen Dienst. Aber den Selbständigen sowie den Angestellten und Arbeitern in der Privatwirtschaft schwillt die Zornesader. Sie, die zu Tausenden Kurzarbeit und Lohnverzicht hinnehmen müssen, haben kein Verständnis für
die Position der Lehrer. Dabei geht es um Solidarität. Die Zeiten sind härter geworden und werden es wohl noch für eine Weile bleiben. Da entspricht es nur dem natürlichen Gerechtigkeitssinn, dass jeder seinen Beitrag leistet.
Es geht nicht darum, ob und wie in bestehende Verträge eingegriffen wird. Details sind zu klären. Aber worauf ganz Österreich wartet, ist ein Bekenntnis der geschätzten Mitbürger
im öffentlichen Dienst, einen Beitrag zum Gemeinwohl zu leisten.
Ohne einen solchen Beitrag droht eine neue Form von Klassenkampf. Der Zorn der Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft schaukelt sich bereits auf. Und es geht nicht nur um die Lehrer, sondern um den gesamten geschützten Sektor des öffentlichen Dienstes. Die guten Zeiten sind vorerst vorüber. Diese Botschaft sollte ankommen.
