NEWS-Reporter Kuch über Mensdorff-Pouilly: Wer streifte die Jet-Millionen ein?
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Die U-Haft über den Waffenlobbyisten er selbst nennt sich Bauer Graf Alfons Mensdorff-Pouilly wurde um einen Monat verlängert. Der Ehemann der früheren ÖVP-Ministerin Maria Rauch-Kallat steht unter Geldwäsche- und Bestechungsverdacht. Es geht um Lobbying für Rüstungsgeschäfte, bei denen Mensdorff für den britischen Waffenkonzern British Aerospace (BAE) aktiv war.
Grundlage der Ermittlungen gegen Mensdorff war ein Schreiben von ihm, dass bei BAE sichergestellt wurde und in dem es um die Abfangjägerbeschaffung in Österreich geht. In diesem Schreiben behauptet Mensdorff, dass durch aggressive Zahlung von Erfolgsprämien an wichtige Entscheidungsträger der Auftrag an Eurofighter gegangen sei. Und: Er behauptet darin auch, dass er verhindert hätte, dass der Zuschlag an die amerikanische F-16 geht.
Wir erinnern uns:
Österreich wurden einst drei Jet-Typen zum Kauf angeboten: amerikanische F-16, der Gripen von Saab und der Eurofighter. Was man wissen muss: BAE ist sowohl bei Saab als auch beim Eurofighter Großgesellschafter. Jedenfalls waren die F-16-Jets mit Abstand am günstigsten.
Was damals schon aufgefallen ist: Die F-16, die in mehr als 50 Ländern im Einsatz ist, wurde mit der lächerlichen Begründung ausgeschieden, dass deren Radar nicht den Anforderungen unseres Heeres entspräche. Und: Das Gripen-Anbot, 18 Jets für 1,5 Mrd. Euro, schien sauteuer. Norwegen zahlte später für 42 (gebrauchte) Gripen nur 800 Millionen Euro.
Wer Böses denkt, könnte zu folgendem Schluss kommen: Für BAE war es nur wichtig, dass die Amis aus dem Rennen gekickt werden. Danach war es aus britischer Sicht egal, ob Österreich zu einem völlig überhöhten Preis das Auslaufmodell Gripen kauft oder für noch mehr Geld erster Eurofighter-Exportkunde wird. BAE macht sein Geschäft. So oder so.
Heute weiß man: Mensdorff hat rund fünf Millionen Euro bar behoben. Geld, das BAE zugeordnet wird. Die Preisfrage lautet: Wer hat die Kohle jetzt?
