ISS-Sonnensegel erfolgreich installiert:
Astronauten sechs Stunden im Außeneinsatz
- Besatzung wird dank neuer Solaranlage verdoppelt
- 16 Tonnen schwere Vorrichtung mittels Kran befestigt

Meilenstein beim Ausbau der Internationalen Raumstation ISS: Astronauten des angedockten Space Shuttle "Discovery" haben das vierte und letzte Paar Sonnensegel an den Außenposten im All montiert. Sie befestigten die autobusgroße Vorrichtung mit den gewaltigen Flügeln am Donnerstag in einem gut sechsstündigen Außeneinsatz an einer Halterung, die das metallene "Rückgrat" der Station bildet und nunmehr komplett ist.
Nach der erfolgreichen Installation hieß es noch einmal Daumendrücken. Dann sollten die goldschimmernden Sonnensegel in ihrer vollen Pracht ausgefahren werden. Zunächst steckten sie zusammengefaltet noch in Containern. Derart sicher verpackt waren sie an Bord des Shuttle zur ISS transportiert worden. Voll ausgefahren werden sie zusammen von Flügelspitze zu Flügelspitze eine Spannweite von gut 73 Metern haben - das ist mehr als die einer Boeing 747.
Solaranlage erzeugt Strom für 55 Häuser
Klappt das Entfalten, funktionieren die Drehgelenke zur Sonnenausrichtung und alle Kabel, ist das Stromversorgungsnetz der ISS nach jahrelanger Aufbauarbeit vollständig. Dann steht doppelt so viel Elektrizität für die Forschungsprojekte an Bord zur Verfügung als bisher. Insgesamt soll mit Hilfe der neuen Sonnensegel eine so große Menge Strom erzeugt werden, dass sie für 55 Häuser ausreichen würde. Und das ist enorm wichtig.
ISS-Besatzung soll verdoppelt werden
Bereits im Mai soll nämlich die Langzeitbesatzung der ISS von bisher jeweils drei auf sechs aufgestockt werden. Ohne die von den zusätzlichen Solarflügeln gelieferte Energie würden die ISS-Bewohner nicht über genügend Strom verfügen.
Die rund 16 Tonnen schwere Vorrichtung war aus der Shuttle-Ladebucht gehievt und dann bis zur Installation im Freien "geparkt" worden. Die Astronauten John Phillips und Koichi Wakata steuerten das an den Kranarmen der ISS und des Shuttle hängende Segment dann vom Innern der Station aus an die richtige Stelle, wo es schließlich von ihren Kollegen Richard Arnold und Steven Swanson an der Halterung festgeschraubt und verbolzt wurde. Die beiden Außenarbeiter schlossen danach auch noch mehrere Kabel an und hatten dabei etwas Probleme mit einigen Klemmen, aber am Ende war die Arbeit getan.
Die "Discovery" war am vergangenen Sonntag zu ihrer 13-tägigen Mission aufgebrochen und hatte am Dienstag an der Raumstation angedockt. Noch zwei weitere Außeneinsätze sind geplant, bevor die Raumfähre am 28. März auf der Erde zurückerwartet wird.
(apa/red)
