Montag, 29. Juni 2009

Warum wir nicht ohne "Nasendetektive" können: Alle Infos über Rettungshunde

  • Welche Hunde eignen sich zum Einsatz als Retter?
  • Vollbringen beim Suchen körperliche Höchstleistungen

Trotz aller technischer Möglichkeiten sind wir noch immer auf die „Supernase“ des Hundes beim Aufspüren Vermisster angewiesen. Bereits seit Jahrtausenden ist bekannt, dass der Hund ein ausgezeichneter „ Nasendetektiv“ ist. Seit Mitte des 17. Jahrhunderts züchten die Mönche des St.Bernhard Klosters in der Schweiz die berühmten „Barrys“, die ursprünglich eingesetzt wurden um verirrten Wanderern zu helfen.

Erst seit dem 1. Weltkrieg wurde die Fähigkeit der Hunde systematisch genutzt , verschüttete Personen aufzuspüren. Damals wurden Hunde in erster Linie eingesetzt, um Verwundete zu suchen.

Heutzutage arbeiten Rettungshunde auf verschiedensten Gebieten, beispielsweise bei der Suche nach vermissten Personen in Waldgelände, nach Autounfällen, wenn Menschen manchmal im Schock davonlaufen oder bei der Suche nach Verirrten. Rettungshunde werden gerufen, wenn Erdbeben, Explosionen oder Hauseinstürze Menschen unter Schutt und Asche begraben. Lawinenhunde suchen Verschüttete unter Schneemassen und Wasserrettungshunde retten Ertrinkende. Alles dies sind Höchstleistungen, die Hunde nur durch die perfekte Koordination ihrer hochempfindlichen Sinne leisten können.

Welche Hunde eignen sich zum Rettungshund?
Rettungshunde müssen in erster Linie über ein ausgeglichenes Wesen und Stressresistenz verfügen und auch körperlich geeignet sein. Es ist weniger die Körpergröße als eine gewisse Robustheit und viel Ausdauer, die gefragt ist. Die Ausbildung eines Rettungshundes bis zur Einsatzbefähigung dauert durchschnittlich 3 Jahre. Einsatzhunde und deren Hundeführer müssen während eines Sucheinsatzes oft unter extremen Bedingungen agieren. Hund und Mensch gelangen bei Katastropheneinsätzen oft an den Rand ihrer körperlichen und seelischen Belastbarkeit. Absolutes Vertrauen zwischen Mensch und Hund ist unbedingt notwendig um härteste Einsatzbedingungen bewältigen zu können.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Hunde bei der Sucharbeit durch das intensive Riechen körperlich enorm gefordert sind, ihre Körpertemperatur steigt und der Puls erhöht sich. Rettungshunde vollbringen beim Suchen körperliche Höchstleistungen und müssen daher fit wie Spitzensportler sein und regelmäßig trainiert werden.

In Österreich gibt es etliche Rettungshunde-Organisationen, deren Teams ehrenamtlich für Sucheinsätze zur Verfügung stehen. Viele dieser Organisationen arbeiten mit dem österreichischen Militär zusammen und waren in der Vergangenheit auch in der internationalen Katastrophenhilfe erfolgreich im Einsatz. Die permanente Weiterentwicklung in der Ausbildung von Hund und Hundeführer und Forschung über die Sinnesleistungen von Hunden stellen auch für die Zukunft einen professionellen Einsatz bei der Vermisstensuche sicher.

Mag. Michaela Marschall
Project canis. Lebensfreunde Hundetraining

29.6.2009 17:18