Samstag, 21. März 2009

Skandal um AIG-Boni gewinnt an Brisanz:
Mehr Gelder ausbezahlt als bisher bekannt

  • Marodes Unternehmen zahlt 218 Millionen Dollar aus
  • Generalstaatsanwalt bekommt Beweise ausgehändigt

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft im US-Staat Connecticut sind an Manager des maroden Versicherungskonzerns AIG 218 Millionen Dollar (161 Mio. Euro) und damit deutlich mehr als bisher bekannt an Bonuszahlungen geflossen. Dies gehe aus Unterlagen hervor, die das Büro von Generalstaatsanwalt Richard Blumenthal unter Strafandrohung angefordert hatte und am Freitagabend erhielt.

Bisher war von 165 Millionen die Rede gewesen. Bereits diese Summe hatte in der Öffentlichkeit helle Empörung hervorgerufen. AIG hat mehr als 182,5 Milliarden Dollar an staatlicher Hilfe erhalten.

"Berechtigter Abscheu"
Blumenthal erklärte, aus den Dokumenten gehe hervor, dass 73 Personen jeweils mindestens eine Million Dollar erhalten hätten. Fünf von ihnen hätten Boni von mehr als vier Millionen Dollar bekommen. Blumenthal erklärte, die neuen Zahlen würden "den gerechtfertigten Zorn und Abscheu, den die Menschen empfinden", weiter anheizen. AIG-Sprecher Mark Herr wollte zu den Angaben am Samstag nicht Stellung nehmen.

US-Präsident Barack Obama hält an seinem wegen des AIG-Bonusskandals umstrittenen Finanzminister Timothy Geithner fest. Sollte Geithner seinen Rücktritt anbieten, würde er dies nicht akzeptieren, sagte Obama laut vorab veröffentlichen Auszügen eines Interviews mit dem Sender CBS, das am Sonntag ausgestrahlt werden sollte. Allerdings hätten weder er noch Geithner dessen Rückzug erwogen. Auch Geitner ist zuletzt wegen der Bonus-Zahlungen unter Druck geraten.
(apa/red)

21.3.2009 20:22