Freitag, 20. März 2009

Fassungsloser Obama in Jay Lenos Show:
Moral der Manager empörte US-Präsidenten

  • Bonuszahlungen an AIG-Manager heftig kritisiert
  • Obama ortete ein "kleines schmutziges Geheimnis"

US-Präsident Barack Obama hat bei einem ungewöhnlichen Auftritt in einer mitternächtlichen TV-Talkshow den Verfall der Moral bei Spitzenmanagern kritisiert. Er sei "fassungslos" gewesen, als er von den enormen Bonuszahlungen an die Manager des angeschlagenen Versicherungsriesen AIG gehört habe, sagte er in der Talkshow des NBC-Starmoderators Jay Leno.

Es sei ihm unverständlich, wie Manager "verschwenderische" Bonuszahlungen akzeptieren könnten, wenn ihr Unternehmen wie die AIG vom Staat 170 Milliarden Dollar zum Überleben erhalten habe. Amerika müsse sich wieder seiner moralischen Grundwerte besinnen, sagte Obama, der als erster amtierender Präsident in einer der populären Late-Night-Talkshows auftrat.

"Die Leute müssen wieder wissen: genug ist genug." Notwendig seien Regularien, die verhinderten, dass Finanzinstitute wie AIG "uns in Geiselhaft nehmen", weil ihr Zusammenbruch verheerende Folgen für die gesamte Wirtschaft hätte, meinte Obama.

"Kleines schmutziges Geheimnis"
Als "kleines schmutziges Geheimnis" nannte er die Tatsache, dass die hoch riskanten und spekulativen Geschäfte in der Finanzwirtschaft, die Amerika letztendlich in die schwere Krise getrieben haben, "völlig legal" gewesen seien. Es seien Gesetze notwendig, die den US-Bürger vor unseriösen Krediten schützten.

Der republikanische Senator Jon Kyl kritisierte Obamas Auftreten bei Leno. Der Präsident solle stattdessen lieber in Washington die volle Verantwortung für die Vorgänge bei AIG übernehmen.
(apa/red)

20.3.2009 16:23