Freitag, 20. März 2009

IWF überbringt die nächste Hiobsbotschaft:
Weltwirtschaft schrumpft erstmals seit 1949

  • Währungsfonds rechnet mit Minus von 0,5 - 1 Prozent
  • Für Eurozone Einbruch um 3,2 Prozent prognostiziert

Die Aussichten für die Konjunktur verdüstern sich immer mehr. So wird die Weltwirtschaft nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds IWF in diesem Jahr zum ersten Mal seit 60 Jahren schrumpfen. Auch aus Berlin gab es schlechte Nachrichten: Finanzminister Peer Steinbrück räumte ein, dass die Regierung ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr möglicherweise nochmals senken muss. In Österreich veröffentlichen Wifo und IHS ihre nächste Prognose, im Jänner hatten sie ein Minus von 1,2 Prozent vorhergesagt. Ende Februar ging die IV von einem zweiprozentigen Rückgang aus.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für 2009 weltweit mit einem Minus zwischen 0,5 und 1,0 Prozent. Für die Eurozone erwarten die Experten einen Einbruch um 3,2 Prozent, in den USA wird ein Minus von 2,6 Prozent erwartet. Immerhin sieht der Währungsfonds aber Licht am Ende des Tunnels: 2010 soll es wieder aufwärtsgehen, dann erwarten die Experten ein globales Plus zwischen 1,5 und 2,5 Prozent. Der IWF schloss sich mit seiner neuen Prognose der Weltbank an, die bereits ein Schrumpfen der Weltwirtschaft in diesem Jahr vorausgesagt hatte, allerdings ohne konkrete Zahlen zu nennen.

Die Deutsche Regierung geht bisher davon aus, dass die Wirtschaftsleistung um zweieinviertel Prozent schrumpft. Nach den Worten von Steinbrück kann zwar noch nicht vorhergesagt werden, wie die Konjunkturprogramme wirken. "Es besteht allerdings die Möglichkeit, dass wir die 2,25 Prozent nicht halten können", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". "Wie tief es runter geht, kann ich derzeit nicht sagen."

Schrumpft deutsche Wirtschaft um 4 Prozent?
Nach Ansicht von ifo-Präsident Hans-Werner Sinn wird die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um mehr als vier Prozent schrumpfen. Deutschland sei aber vorerst noch ein stabilisierendes Element der Weltkonjunktur. Auf dem Arbeitsmarkt zeige sich, dass die Krise in Deutschland erst mit einer Verzögerung von etwa eineinhalb Jahren im Vergleich zu den USA durchschlage.

Trotz der trüben Aussichten bekräftigte Bundeskanzlerin Angela Merkel Deutschlands Widerstand gegen das EU-Konjunkturprogramm. "Wir werden auf der Zusage bestehen, dass nur solche Projekte gefördert werden, die in den Jahren 2009 und 2010 im Wesentlichen gestaltet werden", sagte Merkel am Rande eines Treffens konservativer EU-Spitzenpolitiker in Brüssel. "Das ist das wesentliche deutsche Anliegen." Die Staats- und Regierungschefs kamen zusammen, um ein gemeinsames Vorgehen im Kampf gegen die Wirtschaftskrise abzustimmen.
(apa/red)

20.3.2009 09:06