Donnerstag, 19. März 2009

Der Weltwirtschaft geht die Puste aus:
IHS errechnet Rückgang von einem Prozent

  • Exportvolumen wird sogar um 10 % schrumpfen
  • Erholung dürfte nicht vor dem Jahr 2010 einsetzen

Die Weltwirtschaft dürfte nach Berechnungen des IHS heuer um ein Prozent schrumpfen, das globale Exportvolumen voraussichtlich sogar um ein Zehntel zurückgehen. Gleichzeitig wird ein weiterer starker Einbruch der grenzüberschreitenden Kapitalflüsse um 38 Prozent erwartet.

Der Konjunkturaufschwung kann nach Einschätzung der IHS-Experten frühestens 2010 einsetzen - wobei sich der starke Fokus der österreichischen Exportwirtschaft auf Kraftfahrzeuge und Maschinen derzeit als Nachteil erweist.

Vom Ölpreis dürfte heuer kaum ein Inflationsdruck ausgehen - das Institut für Höhere Studien (IHS) erwartet, dass sich der Rohölpreis von 97,7 Dollar je Barrel (2008) auf 44 Dollar mehr als halbieren wird. Die anderen Rohstoffpreise sollen um 29 Prozent unter dem Niveau des Vorjahrs liegen.

Dramatisches viertes Quartal
In den drei großen europäischen Industrieländern Deutschland, Frankreich und Italien sowie in Japan hatte der Konjunkturabschwung bereits im zweiten Quartal 2008 begonnen und sich im weiteren Jahresverlauf dramatisch verschärft: Im vierten Quartal schrumpfte die japanische Wirtschaft um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal, in Deutschland betrug der Rückgang der Wirtschaftsleistung 2,1 Prozent, in Italien 1,9 Prozent und in den USA 1,6 Prozent.

Das IHS erwartet, dass die Wirtschaft der Länder, die auch für die österreichische Wirtschaftsentwicklung bestimmend sind, im laufenden Jahr schrumpfen wird. In der zweiten Hälfte 2009 könnte eine Stabilisierung einsetzen. Eine mögliche Belebung im Jahr 2010 wird von der Zinsentwicklung und niedrigen Preisen insbesondere bei den Rohstoffen gestützt werden. Durch Konjunkturpakete und Maßnahmen zur Umstrukturierung von Wirtschaftszweigen (Autoindustrie und Finanzwesen) werde die Zuversicht der Investoren voraussichtlich wieder zunehmen.
(apa/red)

19.3.2009 13:04