Ein Finanztitan steht vor der Zerschlagung:
US-Versicherer AIG schrittweise aufgelöst
- Umbenennung & Aufgliederung des Finanzkonzerns
- Erste Manager lenken bei den Bonuszahlungen ein
·Wie gewonnen, so
auch schon zerronnen
US-Kongress will mit "Lex
AIG" an die Manager-Boni
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Marode Versicherung beugt sich der Regierung

Ein Titan in der globalen Finanzwelt steht vor der Zerschlagung: Der US-Versicherungsriese AIG soll umbenannt und aufgelöst werden. "Was wir vorhaben ist die Auflösung von AIG", sagte Unternehmenschef Edward Liddy vor einem Ausschuss des US-Kongresses. "Was seit 90 Jahren als AIG bestand, wird mit der Zeit nicht mehr existieren."
Insbesondere werde die Sparte für Finanzprodukte, die im Zentrum der Krise steht, innerhalb von vier Jahren von Grund auf saniert. Die Sparte Financial Products verwaltet laut Liddy Risikopapiere im Nominalwert von 1,6 Billionen Dollar (1.219 Mrd. Euro).
AIG teilte unterdessen mit, der New Yorker Firmensitz solle verkauft werden. "AIG evaluiert den Verkauf der Immobilien seines Sitzes an der Ecke Pine Street-Wall Street", teilte ein Firmensprecher mit. Dies sei Teil der Bemühungen, die Bilanz zu sanieren. Die "New York Post" veranschlagte die möglichen Einnahmen auf maximal 100 Millionen Dollar. Der Firmensitz befindet sich dort seit den 1970er Jahren. Die US-Regierung stellte zur Rettung von AIG in den vergangenen Monaten 180 Milliarden Dollar zur Verfügung.
Einzelne Manager lenken bei Gehaltsboni ein
Unter dem Eindruck der öffentlichen Empörung über Bonuszahlungen haben indes einige Manager damit begonnen, das Geld zumindest teilweise zurückzugeben. Vorstandschef Edward Liddy teilte aufgebrachten Kongressabgeordneten mit, er habe die Empfänger von Bonuszahlungen über mehr als 100.000 Dollar gebeten, mindestens die Hälfte zurückzugeben.
Insgesamt wurden 165 Millionen Dollar (125,7 Mio. Euro) für die umstrittenen Zusatzleistungen bewilligt, obwohl der Konzern gerade erst 170 Milliarden Dollar an staatlicher Hilfe erhalten hat. Die Demokraten im Kongress wollen jetzt einen Gesetzesentwurf einbringen, wonach Bonuszahlungen bei der American International Group und anderen Empfängern staatlicher Hilfe zu 90 Prozent als Steuer an den Staat entrichtet werden müssen.
(apa/red)

