Wie gewonnen, so zerronnen: US-Kongress
will mit "Lex AIG" Manager-Boni abgreifen
- Empörung nach Bekanntwerden der Zahlungen groß
- Spezielle Steuern sollen Millionenprämien rückführen
·"Rücksichtslos und gierig": Obama sauer
Empörung über Boni bei AIG nach Milliardenpaket
·AIG überarbeitet sein Bonus-System
Marode Versicherung beugt sich der Regierung

In den USA wächst die Empörung über Millionen-Bonuszahlungen für Manager beim schwer angeschlagenen US-Versicherungsriesen AIG. Nach Präsident Obama will auch das Parlament Gegenmaßnahmen ergreifen. Demokraten und Republikaner haben bereits eine mögliche "Lex AIG" ins Auge gefasst. Notfalls sollen die Boni durch hohe Steuern abgeschöpft werden.
Zugleich gerät die Regierung unter zunehmenden Druck. US-Medien stellen die Frage, warum Obama und Finanzminister Geithner nicht schon früher handelten. Die "New York Times" sprach von einem "Feuersturm, der über Regierung und Kongress" hinwegfegt. Es heißt, Obama hätte erst Ende vergangener Woche von den Boni erfahren. Rund 80 Prozent der AIG-Anteile sind staatlich.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft haben 73 Manager jeweils mindestens eine Million Dollar (761.615 Euro) Bonus erhalten. Insgesamt seien 165 Mio. Dollar an Boni gezahlt worden, obwohl das taumelnde Unternehmen Milliarden aus dem staatlichen Rettungsprogramm für den Finanzsektor erhalten hatte. "AIG hat mehr als 73 Millionäre in der eigenen Firma geschaffen, die zuvor so viel Geld verloren hatte, das sie in die Knien ging und ein Rettungspaket des Steuerzahler erzwungen hatte", meinte die New Yorker Staatsanwaltschaft.
Nach dem Willen Obamas sollen alle juristischen Mittel ausgeschöpft werden, um diese Bonuszahlungen zu blockieren. "Es geht hier nicht nur um Dollar und Cent, es geht um fundamentale Werte", meinte Obama kürzlich.
(apa/red)

