Kosten für Pflege werden explodieren:
Wifo rechnet mit Verdoppelung bis 2030
- Bisher werden 3,3 Milliarden jährlich ausgegeben
- Wifo will Pflegefonds: Geld aus Vermögenssteuern

·Bald tausende neue Jobs in Pflegebranche?
Derzeit österreichweit 6.500 Pfleger zu wenig
·Geldnot in Ländern und Gemeinden
Einnahmenentgang beträgt heuer 248 Mio.
Der Pflegekostenanteil am Bruttoinlandsprodukt wird sich nach Berechnungen des Wirtschaftsforschungsinstituts von einem Prozent derzeit auf zwei Prozent im Jahr 2030 verdoppeln. Zuletzt haben Bund und Länder rund 3,3 Milliarden Euro jährlich für Pflege ausgegeben.
Etwa die Hälfte davon - 1,6 Milliarden Euro - sind Bundespflegegeld und 300 Millionen Euro Landespflegegelder. Eine weitere Milliarde Euro wird in Spitälern und Heimen für die Pflege aufgewendet, der Rest für ambulante Dienste, berichtete das Ö1-"Morgenjournal".
Das Wifo hat verschiedene Szenarien berechnet, wie sich die Pflegekosten bis 2030 entwickeln werden. Das finanziell niedrigste Szenario geht von einer Kostensteigerung von 66 Prozent aus, das höchste von einer Kostensteigerung von 206 Prozent.
Forderung nach Pflegefonds
Damit der Staat das bezahlen kann, empfiehlt Wifo-Expertin Ulrike Mühlberger einen Pflegefonds, der auch aus Vermögenssteuern wie der Grundsteuer gespeist würde: "Die Idee ist, dass vermögensbezogene Steuern in Österreich im Gegensatz zum EU-Durchschnitt relativ gering sind." Auch die Wiederbelebung der Erbschaftssteuer hält Mühlberger für überlegenswert - deren geringes Aufkommen (Erbschafts- und Schenkungssteuer haben 2007 etwas über 100 Mio. Euro erbracht, Anm.) diente der letzten Regierung als Argumente zur Abschaffung. In Zukunft gebe es aber für die sogenannte Erbengeneration wesentlich mehr zu erben - und damit zu besteuern.
(apa/red)

