Montag, 16. März 2009

500 Millionen gegen Jugendarbeitslosigkeit:
Hundstorfer setzt auf Lehrlingsförderung

  • "Aktion Future" nimmt 19- bis 24-Jährige ins Visier
  • FPÖ fordert Sofort-Maßnahmen auch im Staatssektor

Fast 500 Millionen Euro will Sozialminister Hundstorfer im Kampf gegen den dramatischen Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit einsetzten. 343 Millionen Euro entfallen auf die Lehrlingsförderung. Mit 120 Millionen Euro sollen über die neue "Aktion Future" die besonders betroffenen Jugendlichen zwischen 19 und 24 Jahren qualifiziert werden. Die FPÖ fordert 1.000 zusätzliche Lehrstellen im Staatsdienst.

Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen in Österreich ist im Februar dramatisch um 36 Prozent auf 47.428 gestiegen. Besonders stark betroffen war dabei die Gruppe der 20- bis 24-Jährigen, weil es in dieser Altersgruppe sehr viele Leiharbeiter gab.

Von der für heuer budgetierten Lehrlingsförderung von insgesamt 343 Millionen Euro fließen 158 Millionen Euro in die betriebliche und 123 Millionen Euro in die überbetriebliche Lehrlingsförderung. Bei letzterer wird das Auffangnetz für Jugendliche, die keine Ausbildungsstelle in einem Betrieb bekommen, von 10.000 auf 12.000 Jugendliche aufgestockt. Eine weitere Ausweitung der Lehrlingsförderung kann man sich derzeit im Sozialministerium nicht vorstellen. Es gebe kaum einen Lehrstellenplatz in Österreich, der nicht gefördert werde. Jeder Lehrling werde derzeit im Schnitt mit 220 Euro gefördert. Aktuell gibt es in Österreich 130.425 Lehrlinge.

19- bis 24-Jährige im Fokus
Bei der "Aktion Future" soll vor allem den am stärksten von Arbeitslosigkeit betroffenen 19- bis 24-Jährigen geholfen werden. Dafür wurde das Budget für die Förderung von jugendlichen Arbeitslosen um 35 Millionen Euro auf 120 Millionen Euro aufgestockt. Rund 40.000 Jugendliche sollen heuer gefördert werden.

Die FPÖ forderte "umfangreiche Sofort-Maßnahmen gegen die Jugendarbeitslosigkeit". Der Staat müsse in Zeiten der Wirtschaftskrise einen größeren Beitrag leisten und umgehend 1.000 neue Lehrstellen im Bundesdienst schaffen, forderte der Dritte Nationalratspräsident Graf.
(apa/red)

16.3.2009 16:55