Gläubiger nehmen den Eybl-Ausgleich an:
Damit Chancen auf Fortbestand des Betriebs
- Autozuliefererkonzern gibt seine Tochterfirmen ab
- Eybl musste sich schon im Juni mit Ausgleich retten

·Kündigungswelle bei Eybl International
Bis zu 250 Mitarbeiter in Krems & Gmünd betroffen
Das Schicksal des insolventen niederösterreichischen Autzulieferers Eybl ist entschieden: Die Gläubiger haben den Ausgleich über die börsenotierte Eybl International und die Österreich-Tochter Eybl Austria nahezu einstimmig angenommen. Und die neuen Eigentümer stehen vor der Tür: Die Ländergesellschaften der börsenotierten Firma - inklusive Eybl Austria - werden an die deutsche Autzuliefergrppe Prevent verkauft. Noch im März dürften die Vertäge unterzeichnet werden. Am 7. April ist eine Sonderhauptversammlung anberaumt.
Der Weiterbestand der österreichischen Fabriksstandorte in Krems und Gmünd konnte nach Unternehmensangaben gesichert werden. Hier werde an einer Standortgarantie gearbeitet.
Um den Ausgleich zu finanzieren, wird sich Eybl International von ihren Tochtergesellschaften trennen "und das gesamte operataive Geschäft veräußern", teilte der börsenotierte Konzern heute Mittag nach der Ausgleichsannahme mit. Prevent habe im Zuge des Ausgleichsverfahrens schon 100 Prozent an der "Eybl Slovakia" übernommen.
Kündigungen drohten in fünf Ländern
Eybl produziert in fünf Ländern, neben zwei österreichischen Fabriken (Krems, Gmünd) gibt es noch sieben weitere Werke (Rumänien, Ungarn, Slowakei, Deutschland). Vor Weihnachten hatte - im Vorfeld des Ausgleichsantrags - Eybl International hunderte Mitarbeiter in Österreich vorsorglich zur Kündigung anmelden müssen.
Eybl entwickelt und produziert Textilien für die Auto-Industrie, darunter Autobespannungen und Sitzbezüge aus Stoff und Leder. Seit 1998 notiert Eybl an der Börse. Im Juni 2008 rettete sich der Konzern mit einem Stillen Ausgleich vor horrender Überschuldung.
(apa/red)

