Mittwoch, 18. März 2009

Constantini setzt auf eine Blutauffrischung:
Alter der Spieler im Schnitt bei 24 Jahren

  • Neulinge Beichler und Dragovic haben "große Reife"
  • "Yasin Pehlivan spielt taktisch wie ein 30-Jähriger"

Dietmar Constantinis 23-Mann-Kader für die Fußball-WM-Qualifikation am 1. April in Klagenfurt gegen Rumänien weist einen Altersschnitt von nur 24 Jahren auf. Der neue Teamchef setzt für sein Comeback auf der ÖFB-Betreuerbank (drei Länderspiele Anfang der 90er-Jahre) auf jede Menge frisches Blut, zum Debüt könnten Aleksandar Dragovic (18), Daniel Beichler (20) und Yasin Pehlivan (20) kommen.

Vor allem die Einberufung von Pehlivan kam für sehr viele im heimischen Fußball überraschend, schließlich hat der Mittelfeldspieler von Rapid bisher gerade einmal 325 Minuten in der obersten österreichischen Liga absolviert. Pehlivan debütierte am 22. Februar in Salzburg (bis zur 79. Minute), dann spielte er gegen Ried und in Mattersburg durch, zuletzt erzielte er bei seinem 66-minütigen Einsatz gegen Kapfenberg mit dem 2:0 seinen ersten Liga-Treffer.

"Pehlivan spielt taktisch wie ein 30-Jähriger", meinte Constantini, der nach einem Gespräch mit Rapid-Trainer Peter Pacult überzeugt ist, dass Pehlivan den steilen Aufstieg problemlos verkraften wird. "Das wird kein Problem für ihn. Der beutelt sich ab und wird die gleiche Leistung wie für Rapid bringen", erklärte der 53-Jährige, der berichtete, dass in ihm "die Idee Pehlivan zu guter Letzt gereift ist".

Bei Rapid hat Pacult Pehlivan Interviewverbot erteilt, ähnliche Maßnahmen wird es im ÖFB-Team nicht geben. "Ich verbiete niemandem das Reden", stellte Constantini klar.

Große Reife
Auch Austria-Verteidiger Dragovic ("Der spielt in der Abwehr schon wie ein Routinier") und Sturm-Graz-Angreifer Beichler sprach Constantini bereits große Reife zu. Mit Jakob Jantscher (Sturm Graz) stünde bereits der nächste Junge parat, "der diesem Trio nicht viel nachhängt".

Bestens bescheid über die Youngsters weiß natürlich Teamchef-Assistent Manfred Zsak, der zuletzt als U21-Teamchef tätig war und dabei u.a. auch mit Pehlivan, Beichler und Dragovic zu tun hatte. "Alle drei Spieler haben Riesenpotenzial, deshalb stehen sie im Kader. Wir glauben, dass sie allesamt soweit sind, dass sie im A-Team dabei sein können."

Pehlivan wie ein Routinier
Pehlivan hatte am 11. Februar 2009 beim 2:1-Sieg gegen Italien erstmals für die U21 gekickt. "Und er hat gespielt, als ob er schon 20 Mal dabei gewesen wäre", berichtete Zsak. Über Beichler und Dragovic meinte der Ex-Teamspieler: "Beichler ist hoch talentiert und technisch sehr stark. Dragovic spielt bei der Austria Woche für Woche in der Innenverteidigung routiniert und gut."

Neben den potenziellen Debütanten stehen zahlreiche weitere sehr junge Spieler im 23-Mann-Kader von Constantini. Wie etwa Sebastian Prödl (21), Franz Schiemer (22), Andreas Ulmer (23), Ümit Korkmaz (23), Christian Fuchs (22), Zlatko Junuzovic (21), Marko Arnautovic (19) oder Erwin Hoffer (21).

Linz "immer ein Thema"
Auf der anderen Seite gibt es neben Andreas Ivanschitz und Martin Stranzl zahlreiche weitere "große Namen", die nicht im Aufgebot stehen. Alexander Manninger (Juventus/Wade) und György Garics (Atalanta Bergamo/Knie) sind verletzungsbedingt verhindert, der wiedergenesene Helge Payer (Rapid) steht genauso nur "auf Abruf" wie Ronald Gercaliu und Rene Aufhauser (beide Salzburg).

Roland Linz (Grasshoppers Zürich) fehlt komplett im Kader, sei jedoch für Costantini immer ein Thema. "Aber jetzt nicht." Bei der Wahl des dritten Tormanns neben den Griechenland-Exporten Michael Gspurning (Xanthi) und Jürgen Macho (AEK Athen) haben sich Costantini und Tormann-Trainer Franz Wohlfahrt für Austria-Kärnten-Schlussmann Andreas Schranz entschieden. "Weil Schranz eine sehr gute Meisterschaft spielt", begründete Wohlfahrt.

Fragezeichen hinter Arnautovic
Hinter Arnautovic steht aufgrund der Rassismus-Vorwürfe gegen seine Person noch ein Fragezeichen. Sollte der Twente-Enschede-Legionär vom niederländischen Verband gesperrt werden, würde er wohl auch aus dem ÖFB-Team fliegen. "Wenn die Entscheidung negativ gegen ihn ausfällt, dann werden wir ihn nicht im Team halten können", so Constantini.

Doch der Teamchef ist sich sicher, dass er den Beteuerungen von Arnautovic, seinen Gegenspieler nicht "Nigger" genannt zu haben, weiterhin Glauben schenken darf. "Ich gehe davon aus, dass er die Wahrheit sagt", so der Tiroler.

(apa/red)

18.3.2009 16:22