Die letzte Hürde vor dem Viertelfinale: Bremen verteidigt 1:0 gegen St. Etienne
- Franzosen sollen für Werder kein Stolperstein werden
- Sebastian Prödl darf auf einen Spieleinsatz hoffen
Werder Bremen reist im heutigen Rennen um den Viertelfinal-Einzug des UEFA-Cups mit einem knappen 1:0-Vorsprung im Gepäck zum französischen Kontrahenten AS St. Etienne. Mit dem ersten Liga-Erfolg im Frühjahr, dem 4:0 gegen den VfB Stuttgart, tankten die Hanseaten Selbstvertrauen. Und auch die Franzosen wittern ihre Aufstiegschance. Auf einen Einsatz hoffen darf ÖFB-Legionär Sebastian Prödl. Martin Harnik droht hingegen erneut die Ersatzbank.
Von Prödls Einsatz hängt vor allem ab, ob sich DFB-Teamverteidiger Per Mertesacker nach seiner Grippe-Erkrankung wieder voll fit meldet. Der am Sonntag gegen Stuttgart gesperrte Naldo dürfte wieder in die Elf von Thomas Schaaf zurückkehren, Kapitän Frank Baumann ist gesperrt. Petri Pasanen (Knöchel), Daniel Jensen (Nasenbeinbruch) und Clemens Fritz (Infekt) fallen ebenfalls aus.
Nach dem Erfolg gegen die Schwaben war Schaaf mit der Leistung des Steirers, der 90 Minuten in der Innenverteidigung gespielt hatte, aber zufrieden. "Sebastian Prödl hat nachgewiesen, warum wir soviel von ihm halten", meinte der Cheftrainer. Nach weniger erfreulichen Nachrichten um Stürmer Claudio Pizarro und den nunmehrigen Ex-Clubchef Jürgen Born sowie einer von der Presse heraufbeschworenen "Image-Krise" kamen Werder die positiven Schlagzeilen vor dem UEFA-Cup-Auftritt gerade recht. ...
St. Etienne im Abstiegskampf
Gegner St. Etienne hat auch mit anderen Sorgen zu kämpfen. Die Mannschaft befindet sich in Frankreich als Tabellen-18. im Abstiegskampf. Die "Grünen" präsentierten sich in Europacup und Meisterschaft in der gesamten Saison mit zwei unterschiedlichen Gesichtern. Dies veranlasste Alain Perrin zunächst sogar, den Aufstieg praktisch ad acta zu legen. "Der UEFA-Cup ist eine wirkliche Bürde. Wir werden nicht darum kämpfen, gegen Werder weiterzukommen", hatte der Trainer von St. Etienne gemeint.
Perrin hatte mit seiner Ankündigung Fans und Funktionäre des Verein verärgert und machte auf der Webseite daher einen Rückzieher bzw. eine Kehrtwende. "Wir werden kämpfen, um das Viertelfinale zu erreichen. Das Resultat vom Hinspiel lässt uns alle Chance offen. Wir müssen aber auch defensiv solide arbeiten, weil wir auf keinen Fall ein Tor kassieren dürfen", verkündete Perrin und erinnerte an das 0:1 auswärts, da habe man aus den Tormöglichkeiten nichts gemacht.
Olympique Marseille zu Besuch in Amsterdam
Im zweiten Spiel des Tages verteidigt Olympique Marseille in Amsterdam gegen Ajax einen knappen 2:1-Vorsprung. Marseille geht mit dem Selbstvertrauen eines 3:1-Prestigesieges beim Erzrivalen Paris St. Germain in der Ligue 1 ins Rückspiel. Ajax ist im laufenden Bewerb nach vier Heimauftritten noch ungeschlagen. Das Team von Ex-Bondscoach Marco van Basten ist außerdem noch eine von vier Mannschaften im Bewerb, die den UEFA-Cup bereits für sich entschieden. ZSKA Moskau, Galatasaray Istanbul und Titelverteidiger Zenit St. Petersburg sind die übrigen drei Vereine.
Die Russen aus der Zarenstadt stehen nach einem 0:2 in Udine aber vor dem Aus, sofern sie am Donnerstag nicht die Trendwende schaffen. Liga-Konkurrent ZSKA verteidigt in Donezk gegen den ukrainischen Club Schachtjor ein 1:0, Galatasaray empfängt in Istanbul den HSV. Bei den nach dem 1:1 im Hinspiel am Bosporus geforderten Hanseaten fällt Torjäger Mladen Petric aufgrund eines Muskelfaserrisses aus.
Mit einem Bein im Viertelfinale steht bereits Manchester City nach einem 2:0 gegen Aalborg BK, Dynamo Kiew ist im ukrainischen Duell mit Metallist Charkow 1:0 in Front. Bei SC Braga gegen Paris St. Germain ist die Ausgangssituation nach einer torlosen Nullnummer im Hinspiel völlig offen.
(apa/red)

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