Montag, 16. März 2009

Salzburg hält Rapid nüchtern auf Distanz:
Zähes 2:1 gegen Altach genügt den Bullen

  • Nelisse: "Sollten froh sein, dass wir gewonnen haben"
  • Rapid muss auf Schützenhilfe der Veilchen hoffen

Auch wenn der Weg zum Ziel unterschiedlicher nicht sein hätte können, hält Spitzenreiter Salzburg Verfolger Rapid in der Fußball-Bundesliga auf Distanz. Einen Tag, nachdem der Meister mit einem Kantersieg gegen Kapfenberg seinen Anspruch auf die Titelverteidigung untermauert hatte, legten die Mozartstädter mit einem unspektakulären, aber effizient herausgespielten 2:1 gegen Nachzügler Altach nach. Doppeltorschütze Robin Nelisse brachte die Quintessenz der Partie nach dem Spiel auf den Punkt: "Es war kein gutes Spiel. Aber wir sollten froh sein, dass wir gewonnen haben."

Der Niederländer sorgte auf schwierigem Geläuf in der Cashpoint-Arena in Vertretung für seinen in diesem Spiel kaum sichtbaren und schließlich ausgetauschten Sturmpartner Marc Janko für Salzburgs Erfolgserlebnis. Im Stil eines abgebrühten Torjägers traf Nelisse im "Ländle" im Doppelpack (4., 62.). Altach blieb bis auf den Bundesliga-Premierentreffer von Winterzugang Tomas Jun (63.) nur das Trostpflaster, den Spitzenreiter gefordert zu haben. "Ich glaube nicht, dass die bessere Mannschaft gewonnen hat", erkannte Altachs Coach Georg Zellhofer und auch Salzburgs Teamkicker Rene Aufhauser musste zugeben: "Wir haben den Sieg Gott sei Dank über die Zeit gebracht."

Werden die Veilchen Rapid helfen?
Trotz Zittersieg blieben am Ende aber drei Zähler auf der Salzburger Haben-Seite. Nachdem sich der Vizemeister mit 22 Punkten in 13 Spielen auch auswärts zur Nummer eins entwickelt hat, ist es für die Titelkonkurrenz scheinbar doppelt schwer. Bei sieben Zählern Vorsprung auf Rapid und bereits neun auf die Austria darf sich der Meister von 2007 zehn Runden vor Saisonende mehr als berechtigte Hoffnungen auf den angestrebten Titelgewinn machen. Die Grün-Weißen aus Wien müssen deshalb jetzt ausgerechnet auf den Stadtrivalen hoffen.

So könnte sich die anstehende Doppelrunde gegen die Austria am kommenden Sonntag in Wien und am 4. April in Salzburg als wegweisend für die "Bullen" erweisen. "Austria Wien ist noch immer ein Konkurrent für uns, wir kommen immer näher ins Finish. Und je näher wir erfolgreich ins Finish kommen, desto größer wird der Druck auf die Konkurrenten", meinte Trainer Co Adriaanse und der Ex-Austrianer Ronald Gercaliu legte die Marschrichtung fest: "Wir werden schauen, dass wir dort (in Wien, Anm.) ungeschlagen bleiben und zu Hause drei Punkte holen."

Janko bleibt vor Eto'o
Dass Goalgetter Janko vor den entscheidenden Runden nicht unbedingt Hochform bewies, bereitete Adriaanse jedenfalls keine Sorgen. "Ich habe immer gesagt, ich bin sehr froh mit Marc. Aber wir haben mehr Spieler, die Tore schießen können", erklärte der Niederländer. Janko blieb im Rennen um Europas Torjägerkrone aber weiter die Nummer eins, da auch Konkurrent Samuel Eto'o vom FC Barcelona am Wochenende leer ausging.

Altach kämpft am anderen Ende bei nun einem Zähler Vorsprung auf Schlusslicht Mattersburg weiter um den Klassenerhalt, mit Leistungen wie gegen Salzburg sollte dieser aber kein Problem darstellen. Auch deshalb vermutete Zellhofer keinen psychologischen Knacks nach der ersten Niederlage im dritten Frühjahresspiel. "Man sollte eine Niederlage nicht schönreden, bei uns geht es um Punkte. Aber gegen Salzburg wären es Bonuspunkte gewesen", meinte der Coach der Vorarlberger. Bereits in den kommenden beiden Spielen gegen die SV Ried könnte sich aber weisen, wie schnell das ehemalige Schlusslicht den Abstiegskampf hinter sich lassen kann.

(apa/red)

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16.3.2009 11:51