Dienstag, 17. März 2009

Ab jetzt entscheidet die Anzahl der Siege:
Geholte Punkte sind nur noch zweitrangig

  • Weltmeister wird der erfolgreichste Siegfahrer
  • Punkte zählen erst bei gleicher Anzahl an Siegen
    PLUS: Ihre Meinung zur Änderung im Reglement!

Die Formel 1 erlebt einen entscheidenden Einschnitt in ihrer Geschichte. Demnach ergeht der WM-Titel ab der in Melbourne beginnenden Saison nicht mehr an den punktbesten Fahrer, sondern an jenen mit den meisten Saisonsiegen. Erst in zweiter Instanz - also bei gleicher Anzahl an Siegen - entscheiden die WM-Punkte über die Krone.

Die Punktevergabe bleibt dagegen gleich. Das gab der Motorsport-Weltrat des Internationalen Automobil-Weltverbandes FIA am Dienstag bekannt. Der Sieger erhält weiterhin zehn, der Zweite acht und der Dritte sechs Zähler. Der Achte erhält immer noch einen WM-Punkt. Der Weltrat folgte damit laut eigenen Angaben nicht der Teamvereinigung FOTA, die eine anderslautende Änderung des Systems vorgeschlagen hatte, sondern der Management-Gruppe um Bernie Ecclestone. Dessen ursprünglicher Vorschlag einer "Medaillenwertung" mit Gold, Silber und Bronze wurde aber ebenfalls nicht in vollem Umfang umgesetzt.

Die Ehrenplätze hinter dem Weltmeister werden in der WM-Wertung auch weiter nach dem Punktesystem vergeben. "Wenn zwei oder mehr Fahrer die Saison mit der gleichen Anzahl an Saisonsiegen abschließen, ergeht der Titel an den Fahrer mit den meisten Punkten", erklärte die FIA das neue System in einer Stellungnahme. Im Vorjahr hatte der Engländer Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes) seinen ersten Titel trotz der geringeren Anzahl an Siegen um einen Punkt gegenüber dem Brasilianer Felipe Massa (Ferrari) geholt.

Massa hatte zwar das dramatische Saisonfinale in Brasilien gewonnen, Hamilton allerdings ein vierter Platz zum Titel gereicht. Diese Szenerie soll ab 2009 der Vergangenheit angehören. Der Fahrer mit den meisten Siegen ist automatisch Weltmeister. "Das ist schon ein großer Einschnitt. Allerdings müssen wir uns erst ansehen, wie sich das in der Praxis auswirkt", meinte Österreichs dreifacher Weltmeister Niki Lauda.

(apa/red)

17.3.2009 17:01
thenexturigeller, 17. 03. '09 17:44
hirnlos!!!
das nimmt der wm doch die ganze spannung! was ist, wenn der hamilton die ersten drei rennen gewinnt? dann kann er sich monatelang ausruhen, am ende noch zweimal zuschlagen und schon ist er weltmeister. und wer ist dann eigentlich vize? der mit den zweitmeisten siegen oder zählen dann doch die punkte? das ganze klingt mir ziemlich nach einem schnellschuss.
steppinka, 17. 03. '09 17:54
Re: hirnlos!!!
Offensichtlich ist die FIA vom eigenen Produkt so wenig überzeugt, daß sie es für notwendig erachten, jedes Jahr einschneidende Änderungen daran vorzunehmen, während z.B. die Punkteverteilung 9-6-4-3-2-1 Jahrzehnte unverändert blieb. Das neue System ist definitiv der größte Blödsinn: Theoretisch kann ein Fahrer mit zwei Saisonsiegen und 16 Ausfällen Weltmeister vor einem mit einem Sieg und 17 zweiten Plätzen werden. Es bleibt eigentlich zu hoffen, daß so etwas in der Art passiert.
Erotikdienst, 17. 03. '09 17:01
Hat da wer nachgedacht?
Das heißt, ich darf 14-mal ausscheiden, aber wenn ich dreimal gewinne, bin ich vielleicht gleich Weltmeister?

Wo ist dann der Reiz für Podestplätze?
steppinka, 17. 03. '09 17:10
Re: Hat da wer nachgedacht?
Angenommen die F1-Saison ist sehr ausgeglichen und ein Pilot der fünf Rennen gewonnen hat, hat die meisten Siege. Ansonsten fällt er aber immer aus, hat also 50 Punkte. Ein anderer sammelt konstant Punkte, schafft es aber nur auf vier Siege, und hat dann 80 Punkte. Weltmeister wird dann der mit den 50 Punkten … Herr Ecclestone, die Pension ruft!
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