Morgenstern bleibt diesen Winter sieglos:
Skispringer sieht aber auch Positives daran
- "Diese Saison hat mir menschlich sehr gut getan"
- Zwei zweite Plätze waren heuer beste Resultate

Gemessen an den nackten Zahlen war es eine enttäuschende Saison für Thomas Morgenstern. Nach dem Gewinn des Gesamt-Weltcups und zehn Siegen erreichte er im zu Ende gehenden Winter 2008/09 zwei zweite Plätze als beste Resultate und ging bei seinem erklärten Saisonziel, der WM in Liberec, in den Einzelbewerben leer aus. Dennoch zog der Kärntner in Planica eine "sehr positive" Bilanz. "Diese Saison hat mir menschlich sehr gut getan", erklärte Morgenstern.
Als Doppel-Olympiasieger hat Morgenstern den wahrscheinlich größtmöglichen Erfolg bereits erreicht und er präsentiert sich mit seinen 22 Jahren sehr gereift. "Ich habe viele Lehren gezogen in diesem Winter", sagte der Seebodener. "Ich habe umgehen gelernt mit dem Sturz bei der WM und mit Niederlagen und mit der Sache, dass jemand anderer Seriensieger ist."
Natürlich habe es Tage gegeben, an denen er sich extrem geärgert habe, gab der Top-Athlet des SV Villach zu. Etwa bei der WM, als er die Chance auf den Titel durch einen Sturz vergab. "Der Weg dorthin hat gepasst, ich war in sehr guter Form, habe aber gewusst, dass man Glück braucht. Und das war in dieser Saison nicht immer auf meiner Seite", betonte der Skiflug-Teamweltmeister.
"Werde hart weiterarbeiten"
Den Skimarkenwechsel und die Pilotenausbildung vor diesem Winter wollte Morgenstern nicht als Störfaktoren geltenlassen. "Das wären nur Ausreden", sagte Morgenstern. "Ich werde hart weiterarbeiten und mir etwas Gescheites überlegen, wie ich es in der Olympiasaison angehe." Er müsse seinen Sprung weiterentwickeln, vielleicht von den Extremen wie der tiefen Anlaufhocke etwas abrücken.
"Natürlich würde ich am liebsten alles gewinnen", sagte Morgenstern. "Aber man kann nicht immer auf einer Wolke schweben, es ist auch gut, wenn man weiß, wie es sich auf dem Boden anfühlt", erklärte der Gewinner von bisher zwölf Weltcupbewerben. "Ich bin jetzt so motiviert wie nie, ich freue mich schon, wenn ich nächste Woche mit neuen Zielen die Hantelstange in die Hand nehme."
(apa/red)
