Ex-Erfolgstrainer leidet unter Dopingaffäre:
Laut Lebensgefährtin ist Mayer "ein Wrack"
- Die Turiner Dopingaffäre hat Spuren hinterlassen
- "Eigentlich ist die Frühpension die einzige Möglichkeit"
Anschuldigungen, Verdächtigungen und angebliche Falschmeldungen haben bei Walter Mayer laut seiner Lebensgefährtin Eva Maria Gradwohl tiefe psychische und körperliche Spuren hinterlassen. "Er ist ein Wrack", sagte die Marathonläuferin über den immer wieder als eine der zentralen Figuren des Dopings in Österreich verdächtigten ehemaligen Erfolgstrainer der ÖSV-Langläufer.
Mayer hatte sich nach jahrelangem Schweigen in einem Zeitungsinterview erstmals ausführlich zu seiner Vergangenheit geäußert und schwere Vorwürfe gegen Verteidigungs- und Sportminister Norbert Darabos vorgebracht. Verwicklungen in Doping-Praktiken hatte er in Abrede gestellt.
Der seit Dienstag 52-jährige Ex-Langläufer litt und leidet immer noch unter schweren psychischen Beeinträchtigungen durch die Berichterstattung in den Medien und Störfeuer von involvierten Personen, berichtete Gradwohl der APA - Austria Presse Agentur. Den Steirer plagen außerdem eine schwere chronische Bronchitis, ein gebrochener Brustwirbel und er müsse sich demnächst einer Darmoperation unterziehen.
Mayer selbst war vorläufig nicht erreichbar. Der Bundesheerbedienstete ist seit den Vorfällen von Februar 2006 in Turin, infolge derer er und weitere ÖSV-Betreuer auf Lebenszeit von Olympia ausgeschlossen und mehrere ÖSV-Athleten des Dopings schuldig gesprochen wurden, fast durchwegs im Krankenstand. Nun musste er sich in Graz einer weiteren medizinischen Untersuchung unterziehen, bei der seine Diensttauglichkeit von einem Psychologen geprüft werden sollte.
Frühpension?
"Eigentlich ist für ihn die Frühpension die einzige Möglichkeit", meinte die 36-jährige Gradwohl, die seit Ende 2006 mit Mayer liiert ist. Medienberichten wonach er einen früheren Termin absichtlich habe verstreichen lassen, dementierte Gradwohl. Das betreffende Schriftstück sei erst nach besagtem Tag eingetroffen.
Darabos hatte im Falle des neuerlichen Dienstantrittes von Mayer eine Versetzung weg aus dem Heeressportzentrum Graz angekündigt. Mayer war nach seiner Flucht wegen einer Dopingrazzia im Februar 2006 in Turin in selbstmörderischer Absicht in eine Straßensperre gerast. Gradwohl habe ihn aus einem tiefen Loch holen müssen, was nicht immer einfach gewesen sei.
"Lilge ist ein Lügner"
In der Tageszeitung "Die Presse" am vergangenen Wochenende aufgetauchte Vorwürfe, wonach Mayer von ihr betreute Leichtathletinnen trainieren würde, wies Gradwohl zurück. Sie bezeichnete Aussagen des ÖLV-Spartentrainers Wilhelm Lilge, der seit einem Jahr gegen sie integrieren soll, als unwahr.
"Lilge ist ein Lügner", bekräftigte die Steirerin. Er habe verschiedene Tageszeitungen immer wieder mit Falschinformationen versorgt, um sie als Doping-Sünderin darzustellen. Gegenüber der APA dementierte Lilge dies entschieden. "Ich habe nichts an Medien weitergegeben", sagte der erklärte Doping-Gegner.
Gradwohl kündigte weitere Aufklärung in der Causa an. Die Steirerin hatte im vergangenen Jahr ihre Marathon-Bestzeit von 2:36:21 Stunden auf den den neuen ÖLV-Rekord von 2:30:51 Minuten gesteigert.
(apa/red)

