Samstag, 21. März 2009

Kalte Schulter für Obama aus Teheran:
Worten sollten auch konkrete Taten folgen

  • US-Präsident für Entspannung und Zusammenarbeit
  • CNN-VIDEO: Obama streckt Iran die Hand entgegen

Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, hat zurückhaltend bis abweisend auf das Dialog-Angebot von US-Präsident Barack Obama reagiert. Den Worten müssten nun Taten folgen, sagte Khamenei in einer vom staatlichen Fernsehen übertragenen Rede. Bisher hätten die USA ihre Haltung gegenüber Teheran nicht geändert.

"Der neue US-Präsident hat uns einen Neujahrsgruß gesendet, uns aber gleich wieder bezichtigt, Terrorismus zu unterstützen und hinter Atomwaffen her zu sein." Obama hatte in einer Grußbotschaft zum Neujahrsfest einen Neubeginn in den Beziehungen beider Länder angeboten.

Präsident bleibt skeptisch
Auch Präsident Ahmadinejad ließ erklären, den Ankündigungen müssten Taten folgen. Die US-Regierung müsse ihre Fehler der Vergangenheit anerkennen, dann werde die iranische Regierung Obama nicht den Rücken zuwenden. Die USA und der Iran hatten ihre diplomatischen Beziehungen im Jahr 1980 nach der islamischen Revolution und der Geiselnahme von US-Diplomaten in Teheran abgebrochen. Seit 1995 haben die USA Teheran mit wirtschaftlichen Sanktionen belegt.

Obama lobte in einer Video-Botschaft zum Newroz-Fest die "Größe" des iranischen Volkes und regte einen "erneuerten Austausch" und "Partnerschaft" mit dem Iran an. Zugleich gestand der US-Präsident der Islamischen Republik ausdrücklich ihren rechtmäßigen Platz in der internationalen Gemeinschaft zu. Dieser Platz könne aber nicht "mit Terror und Waffen" erreicht werden, so Obama im Hinblick auf Befürchtungen, Teheran strebe nach Atomwaffen.

Russland schaltet sich ein
Russlands Außenminister Lawrow betonte in Brüssel, es gebe keinen Beweis, dass der Iran eine Atomwaffe bauen wolle. Er forderte einen respektvollen Dialog mit Teheran.
(apa/red)

21.3.2009 17:37