Prozesbeginn gegen "polnischen Josef F.":
Hielt Tochter sechs Jahre lang gefangen
- Krzysztof B. zeugte zwei Kinder mit seiner Tochter
- 46-jähriger Angeklagte hält sich für nicht schuldig

Im nordostpolnischen Bialystok hat der Prozess gegen den 46-jährigen Krzysztof B. begonnen, der dort als "polnischer Josef F." bezeichnet wird. Der Mann soll seine Tochter sechs Jahre lang gefangen gehalten und vergewaltigt haben. Sie brachte schließlich zwei Kinder zur Welt.
Obwohl die Staatsanwaltschaft bisher Angaben zur Person sowie Fotos vom vermeintlichen Täter verweigerte, verhüllte Krzysztof B. sein Gesicht auf dem Weg zum Gerichtssaal nicht. Den Journalisten erklärte er im Vorbeilaufen, er halte sich für nicht schuldig. Die Verhandlung findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Zeitung "Fakt" veröffentlichte ein Interview mit der Tochter, in dem die inzwischen 22-jährige erklärte, sie wünsche ihrem Vater den Tod.
In Zimmer eingeschlossen
Zum ersten Mal soll Krzysztof B. seine Tochter missbraucht haben, als sie 16 Jahre alt war. Er erklärte ihr, sie müsse nun nicht mehr zur Schule gehen und schloss sie in ihrem Zimmer ein. Schon Jahre vorher hatte der Vater sein Kind unsittlich berührt. Die Mutter, die sich dagegen offenbar zumindest anfangs wehrte, wurde von Krzysztof B. geschlagen, gaben Mutter und Tochter an.
Kinder kamen im Krankenhaus zur Welt
Die beiden Kinder es Missbrauchsopfers kamen 2005 und 2007 im Krankenhaus zur Welt. Die Tochter sagte der Staatsanwaltschaft, ihr Vater habe sie die ganze Zeit, auch während der Geburt, begleitet. So habe er sie auch zwingen können, die Kinder sofort zur Adoption freizugeben. Die Staatsanwaltschaft verzichtete aus Rücksicht auf die Kinder auf einen Vaterschaftstest, obwohl Krzysztof B. bestreitet, dass die Kinder von ihm stammen. Er gab nur den Geschlechtsverkehr mit seiner Tochter zu. Der Staatsanwaltschaft erklärte er, das Mädchen habe dem zugestimmt, von Vergewaltigung könne nicht die Rede sein.
Zwang Tochter zur Rückkehr
Einmal gelang der jungen Frau die Flucht aus dem Elternhaus und sie kam bei einem Bekannten aus Schulzeiten unter. Der Vater stürmte daraufhin zusammen mit drei weiteren Angeklagten, darunter seinem Bruder, das Haus des Bekannten und zwang die Tocher zur Rückkehr.
Krzysztof B. ist unter anderem der Vergewaltigung und der körperlichen und psychischen Misshandlung seiner Familie angeklagt. Ihm droht eine Gefängnisstrafe von 15 Jahren. (apa/red)
Fall Heidrun Wastl13:58
Die irre BeichteTatverdächtiger Erich W. spricht von Unfall - "Ich habe sie vermutlich getroffen"
Anders Behring Breivik19:11
War er Einzeltäter?Norwegens Polizei ist sicher, dass der Attentäter die Anschläge allein ausgeführt hat
