Freitag, 20. März 2009

Angola als nächste Station der Papst-Reise:
Benedikt XVI. übt Kritik an Abtreibungen

  • Auch nicht bei Gesundheitsgefährdung der Mutter
  • Angola soll sich nach langem Bürgerkrieg versöhnen

Papst Benedikt XVI. hat eine "entsetzliche Gewalt" gegen Frauen in Afrika beklagt. Zugleich kritisierte er in Luanda jene 45 afrikanischen Staaten, die unter bestimmten Voraussetzungen Abtreibung zugelassen haben. Abtreibungen seien auch bei einer Gesundheitsgefährdung der Mutter nicht zu rechtfertigen.

Es war das zweite Mal während seiner am Dienstag begonnenen Afrikareise, dass er sich zum Thema Sexualität äußerte. In Kamerun hatte er am Dienstag erklärt, die Verteilung von Kondomen sei nicht die richtige Lösung im Kampf gegen Aids.

Benedikt appellierte an die Angolaner, nach fast 30 Jahren Bürgerkrieg den Weg der Versöhnung weiter zu gehen. Konflikte und Spannungen müssten im Dialog gelöst werden.

Bei seiner Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt säumten zehntausende Angolaner die Straßen und jubelten Benedikt XVI. zu. "Ich bin gekommen, um unseren Papst zu sehen, weil er gut für die Kirche ist und die Kirche gut zu uns ist", sagte die 52-jährige Haushälterin Fatima de Castro. Sie war 14 Stunden unterwegs, um den Papst vor dem Flughafen zu begrüßen.

Angola wird seit rund drei Jahrzehnten von Präsident Jose Eduardos Dos Santos regiert und ist trotz Ölvorräten und reicher Bodenschätze ein bettelarmes Land. Mehr als 60 Prozent der Angolaner, also etwa 8,5 Millionen Menschen, sind katholisch.

Auch eine marxistische Revolution und ein bis 2002 anhaltender Bürgerkrieg, in dem viele Missionare getötet wurden, haben den Zulauf zur Kirche nicht gebremst. 1491 wurde dort der erste Afrikaner von portugiesischen Missionaren getauft.
(apa/red)

20.3.2009 20:01