Dienstag, 17. März 2009

Russland will Atomwaffen modernisieren: Reaktion auf wachsenden Einfluss der NATO

  • Präsident Medwedew kündigt Umrüstung ab 2011 an
  • Aufrüstungspläne sorgen für Irritation in Washington

Als Reaktion auf den wachsenden Einfluss der NATO im früheren sowjetischen Machtbereich will Russland seine Atomstreitkräfte modernisieren. "Die Versuche, die militärische Infrastruktur der NATO bis an die Grenzen unseres Landes heranzurücken, setzen sich fort", sagte der russische Präsident Dmitri Medwedew beim jährlichen Treffen mit seinem Verteidigungsstab.

Auch angesichts regionaler Konflikte und terroristischer Bedrohungen sei es unbedingt erforderlich, die Armee und Flotte ab 2011 "umfassend umzurüsten" und die "Gefechtsbereitschaft der strategischen Atomwaffen" zu erhöhen. Wegen der Finanzkrise wurde zuletzt das Militärbudget zusammengestrichen.

Medwedew hob hervor, dass sowohl qualitativ als auch quantitativ viel mehr Waffen und Militärtechnik für die Streitkräfte gekauft werden müssen. Allerdings nannte der Kreml-Chef keine konkrete Summe, die der Staat bis 2020 investieren will. Das modernisierte Raketensystem Topol-M wird ab 2016 den Kern der landgestützten strategischen Atomwaffen Russlands bilden, verkündete Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow.

Washington irritiert
Die Aufrüstungspläne Moskaus dürften in Washington für Irritationen sorgen: Mit Amtsantritt des neuen Präsidenten Barack Obama hatten sich die bilateralen Beziehungen zunächst deutlich entspannt. Obama hatte angekündigt, die geplante US-Raketenabwehr in Europa auf den Prüfstand zu stellen, was Russland begrüßt hatte. Moskau hatte die unter Obamas Vorgänger George W. Bush entwickelten Pläne für den Abwehrschild stets als Affront aufgefasst. Bush hatte auch die Aufnahme der früheren Sowjet-Staaten Ukraine und Georgien in die NATO grundsätzlich befürwortet.

(apa/red)

17.3.2009 16:50