Donnerstag, 19. März 2009

"Geständnis nach großer Erschütterung":
Seine Tochter bewog Fritzl zu gestehen

  • Verteidiger: Video hat Sinneswandel ausgelöst
  • Umfassendens Geständnis war nicht abgesprochen

Das Video mit der kontradiktorischen Einvernahme der Tochter des Angeklagten dürfte Josef F. zu seinem überraschenden Geständnis in sämtlichen Anklagepunkten bewogen haben. Das meinte Verteidiger Rudolf Mayer nach dem 3. Verhandlungstag vor Journalisten.

Der Angeklagte habe in der Justizanstalt St. Pölten psychiatrischen Beistand erbeten, um die erstmals gesehenen Szenen mit den belasteten Angaben seiner Tochter verarbeiten zu können. "Es hat bei ihm eine große Erschütterung stattgefunden", stellte Mayer fest. Das umfassende Geständnis sei mit ihm, Mayer, nicht abgesprochen gewesen. Die plötzliche Schuldeinsicht seines Mandanten in den Anklagepunkten Mord durch Unterlassung und Sklavenhandel wäre auch für ihn "eine Überraschung" gewesen, sagte der Verteidiger.

Tochter bewusst ausgesucht
Josef F. hat sich seine drittgeborene Tochter ganz bewusst als Opfer ausgesucht, stellte Kastner in ihrem Gutachten fest. Die am 8. April 1966 zur Welt gekommene Tochter, die der Mann 24 Jahre in seinem Keller gefangen gehalten haben soll, sei ihm "am Ähnlichsten" gewesen. Dem Angeklagten sei es darum gegangen, gerade ihren Willen zu brechen, sagte Kastner.
(apa/red)

19.3.2009 15:09