Mittwoch, 18. März 2009

Tochter heimlich bei Verhandlung dabei?
Frau soll teilweise teilgenommen haben

  • 42-Jährige angeblich bei Videovorführung zugegen
  • Anwesenheit von offizieller Seite nicht bestätigt

Die 42-jährige Tochter von Josef F. soll an der Verhandlung gegen den 73-Jährigen Amstettener teilweise teilgenommen haben. Das berichtet der "Kurier". Demnach soll die Frau zum zweiten nichtöffentlichen Verhandlungstag - Journalisten und Kameraleute durften das Gerichtsgebäude nicht betreten - im Morgengrauen vom Landesklinikum Mauer bei Amstetten heimlich ins Gericht gebracht worden sein.

Verteidiger Rudolf Mayer, Opfer-Anwältin Eva Plaz und Bernhard Jany, Sprecher der NÖ Landeskliniken-Holding, wollten vor Beginn des dritten Verhandlungstages gegen Josef F. diese Meldung nicht bestätigen. Er kenne die Tochter nicht und könne daher nicht sagen, ob sie im Saal gesessen sei, meinte Mayer. Plaz und Jany begnügten sich mit einem schlichten "Kein Kommentar".

Franz Cutka, der Sprecher des Landesgerichts St. Pölten, "kann weder bestätigen, noch dementieren", dass Elisabeth F. am 2. Verhandlungstag anwesend war. Demgegenüber konnte Cutka "ausschließen, dass die Tochter heute (am 3. Verhandlungstag, Anm.) anwesend war." Es gebe auch keinen Nebenraum, von dem das Opfer die Vorgänge im Verhandlungssaal verfolgen hätte können.

Tochter bei Videoverführung zugegen
Laut "Kurier" soll sich die Tochter des 73-jährigen Angeklagten, von dem sie 24 Jahre in einem Keller gefangen gehalten und missbraucht worden sein soll, ihr Video mit ihrer eigenen kontradiktorischen Aussage angesehen haben. Diese elfstündigen Angaben waren im Vorverfahren aufgezeichnet worden, um der Frau eine persönliche Konfrontation mit ihrem Peiniger zu ersparen. Dass diese nun doch den Weg ins Gericht fand, erklärt der "Kurier" damit, die Tochter plane, ein Buch zu schreiben, und habe "Eindrücke sammeln wollen". Die 42-Jährige soll auch die Reaktion des Angeklagten auf das im Gerichtssaal abgespielte Videoband mitbekommen haben, schreibt die Tageszeitung.

Im Landesgericht St. Pölten kursierten Gerüchte, denen zufolge die Tochter bereits am ersten Verhandlungstag, nachdem die Öffentlichkeit ausgeschlossen worden war, im Gerichtsgebäude anwesend gewesen sein soll. Vor dem Prozess hatte sich die Frau mit ihren Kindern ins Klinikum Mauer bei Amstetten zurückgezogen, um vor Paparazzi und Reportern sicher zu sein.
(apa/red)

18.3.2009 16:30