Sonntag, 22. März 2009

Bergretter wird selbst zum Lawinenopfer:
Tötlicher Unfall beim Tourengehen in Tirol

  • Stürzt bei Unglück mehrere hundert Meter in die Tiefe
  • Lawinengefahr von Experten als mäßig eingeschätzt

Das bei dem Lawinenabgang tödlich verunglückte Opfer war ein Mitglied der Tiroler Bergrettung. "Wir behandeln diesen Fall äußerst diskret", hieß es vonseiten der Polizei Seefeld über die weiteren Details zum Unglückshergang. Der Mann war mit einem anderen Wintersportler mit den Tourenskiern unterwegs gewesen.

"Er war mehrere hundert Meter abgestürzt und erlitt ein Polytrauma", teilte der Pilot des ÖAMTC-Hubschraubers "C1", Andreas Wimmer, mit. Das Unglück hatte sich gegen 14.00 Uhr im Bereich der Reither Jochalm bei Reith in Seefeld zugetragen. Ob der Tiroler das Schneebrett ausgelöst hatte oder von einer selbstausgelösten Lawine mitgerissen wurde, war vorerst unklar.

Mit Hubschrauber zum Unglücksort
"Wir haben nach der Alarmierung im Lawinenkegel unterhalb der Reither Spitze einen Anorak gesichtet", schilderte der Hubschrauberpilot. Der Notarzt sowie die Alpinpolizei wurden im Anschluss an der Unfallstelle abgesetzt, der Arzt konnte allerdings nur mehr den Tod des Bergrettungsmitgliedes feststellen. Der zweite Tourengeher dürfte unterhalb der Lawine abgefahren sein, wonach er die Polizei alarmierte.

Die Lawinengefahr war von Experten des Landes als "mäßig", entsprechend der Stufe 2 auf der fünfteiligen Gefahrenskala, beurteilt worden. Als "günstig" waren die Bedingungen in den Tiroler Tourengebieten eingestuft worden. Gefahrenstellen bildeten steile, von West über Nord bis Ost gelegene Hänge oberhalb von etwa 2.200 Meter.
(apa/red)

22.3.2009 20:08