Zwei Jahre geringe Chancen für Anfänger: Erst ab 2013 wieder Lehrer-Neuaufnahmen
- Ohne Maßnahmen wären 4.100 Bildungs-Jobs bedroht
- Nutzung der zusätzlichen zwei Stunden: Förderung

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Sollte die von ihr geplante Verlängerung der Unterrichtsverpflichtung für Lehrer kommen, rechnet Unterrichtsministerin Schmied mit einer Phase "von ein, zwei Jahren mit nicht so guten Aussichten was Neueinstellungen von Lehrern betrifft". Dies sei aber eine "vorübergehende Phase", denn ab 2013 würden fast 50 Prozent der Lehrer in Pension gehen, so Schmied in der ORF-Pressestunde.
Gleichzeitig erneuerte Schmied die Beschäftigungsgarantie für alle derzeit im System befindlichen Lehrer. Was sie allerdings nicht zusagen könne sei, dass die zusätzliche Beschäftigung an der jeweiligen Schule erfolge.
Im Zusammenhang mit den Aussagen von Unterrichtsministerin Claudia Schmied betonte ein Sprecher der Ressortchefin, dass ohne die Umsetzung einer längeren Unterrichtsverpflichtung rund 4.100 Lehrer-Jobs gefährdet wären. Sollte diese Strukturmaßnahme nicht kommen, müssten Maßnahmen wie kleinere Klassen, Kleingruppenunterricht in Fremdsprachen oder Deutschförderkurse an Pflichtschulen zurückgefahren werden, was Lehrer-Jobs kosten würde.
Nutzung der zusätzlichen zwei Stunden
Wie die zwei zusätzlichen Unterrichtsstunden verwendet werden sollen, erläuterte Schmied am Beispiel einer Volksschullehrerin. Als klassenführende Lehrerin hätte diese dann "zwei Stunden mehr Zeit für Tages- oder Mittagsbetreuung, für mehr Förderung der Kinder". Im AHS-Bereich, wo mehr Lehrer für Projekte wie kleinere Klassen benötigt würden, werde ein AHS-Lehrer dann "entweder mehr Zeit mit anderen Kindern verbringen, aber auch im Bereich AHS-Unterstufe geht es um Tagesbetreuung und um Förderung.
Problematik Privatschulen
Dass Privatschulen in Österreich boomen, beschäftige sie sehr, sagte Schmied. Wenn es nicht gelingt, die Reformen an der öffentlichen Schule weiterzumachen, "und ich glaube wir haben nicht mehr lange Zeit zu warten, werden immer mehr Menschen Kinder in Privatschulen geben und die Betroffenen werden sich dann fragen, warum soll ich Schule zwei Mal bezahlen. Damit bricht ein weiterer Baustein des solidarischen Zusammenhalts weg", sagte Schmied.
Erhöhung des Budgets um 393 Mio. Euro
Die Erhöhung ihres Budgets um 393 Mio. Euro auf 7,2 Mrd. Euro im Jahr 2009 werde für Bezugserhöhung in Höhe von 3,55 Prozent, die biennalen Gehaltssprünge und die Mieten für Schulgebäude aufgezehrt, sodass die "Reformprojekte mit dem Globalbudget nicht gedeckt sind". Deshalb seien Strukturmaßnahmen notwendig, wobei der Finanzminister ihr "in Vier- und Sechs-Augen-Gesprächen" zugesichert habe, sie dabei zu unterstützen. Die Ausweitung der Unterrichtsverpflichtung um zwei Stunden bringe im Kalenderjahr rund 380 bis 400 Mio. Euro.
(apa/red)
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