Sonntag, 22. März 2009

Wer tritt bei EU-Wahl an der Spitze an?
SPÖ und ÖVP fixieren demnächst Kandidaten

  • Hannes Swoboda gilt bei SPÖ bereits als Fixtstarter
  • Keine Frauenquote bei ÖVP - gute Chancen für Karas

SPÖ und ÖVP legen nächste Woche ihre Listen für die EU-Wahl am 7. Juni fest. Bei der SPÖ dürfte die Entscheidung, Hannes Swoboda zum Spitzenkandidaten zu küren, so gut wie gefallen sein. Etwas offener präsentiert sich die Situation bei der Volkspartei, wiewohl sich mit Othmar Karas auch dort ein altgedienter EU-Parlamentarier die größten Hoffnungen auf den ersten Listenplatz machen darf. Die SPÖ fixiert ihre Reihung am Mittwoch im Parteivorstand, tags darauf befasst sich jener der ÖVP mit diesem Thema.

Bedeckt gab sich ÖVP-Generalsekretär Fritz Kaltenegger: "Wir haben den Landesorganisationen und den Bünden bis Mitte nächster Woche Zeit gegeben, ihre Vorschläge zu melden und werden dann am Donnerstag eine endgültige Entscheidung treffen." Ob Karas geeignet wäre? "Er ist sicher einer der fleißigsten Abgeordneten, sehr kompetent und verfügt über ein breites Netzwerk in Brüssel", so der VP-Generalsekretär.

Swoboda ist einer der profiliertesten überhaupt
In der SPÖ wird man schon etwas konkreter: "Der Abgeordnete Swoboda ist einer der profiliertesten überhaupt im Europäischen Parlament", sagte Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter, und habe "wirklich Rang und Namen". Die Frage, ob Swoboda als Spitzenkandidat bereits fix sei, habe er damit aber keinesfalls bereits mit Ja beantwortet, denn dafür sei der Bundesparteivorstand zuständig. Er kündigte an, man werde auch neue Kräfte auf der Liste haben, auch "junge Menschen zwischen 20 und 30". Außerdem werde es einen Frauenanteil von 50 Prozent inklusive "Reißverschlusssystem" geben - dies sei "selbstverständlich".

Keine Frauenquote bei der ÖVP
Bei der ÖVP wird es laut Information aus der Parteizentrale keine Frauenquote geben. Wünsche in diese Richtung äußerte Frauenchefin Maria Rauch-Kallat: Sie hoffe auf ein "Reißverschlusssystem" und darauf, dass zwei der ersten fünf Plätze von Frauen besetzt werden. Zum Spitzenkandidaten meinte sie, der Parteivorstand tage erst nächsten Donnerstag, "wobei der Othmar sicher einen der vordersten Plätze haben wird".

Grünen und FPÖ bereits fix
Entschieden ist die Suche nach den Spitzenkandidaten bereits bei Grünen und FPÖ. Bei ersteren wurde mit einigem Wirbel Johannes Voggenhuber, EU-Abgeordneter der ersten Stunde, demontiert und Ulrike Lunacek zur Spitzenkandidatin gewählt. Auf Platz zwei und drei stehen mit Eva Lichtenberger und Monika Vana zwei weitere Frauen. Bei der FPÖ wählte der Bundesparteivorstand ganz ohne Streit Ende Jänner einstimmig Andreas Mölzer, die restliche Liste soll bei einem Parteivorstand Ende März/Anfang April erstellt werden. Beim BZÖ will man Spitzenkandidat und Liste erst nach Ostern fixieren.

(apa/red)

22.3.2009 10:30