Ein Hoffnungsschimmer im Lehrer-Streit? Schmied und Gewerkschaft sind optimistisch
- Ministerin bietet nun bessere Arbeitsbedingungen an
- Lehrervertreter brachten inhaltliche Vorschläge vor
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Angst vor Gewerkschaft? Schmied hat keine

Im Ton freundlicher als bisher, aber ohne inhaltliche Annäherung in Sachen Lehrer-Arbeitszeit hat die dritte Gesprächsrunde zwischen Unterrichtsministerin Claudia Schmied und Lehrer-Vertretern stattgefunden. In der Frage der höheren Unterrichtsverpflichtung blieben beide Seiten hart, demonstrierten aber guten Willen.
Schmied wird kommende Woche einer Delegation von Gewerkschaftern den lange geforderten Einblick in die Budgetzahlen gewähren und offerierte bessere Arbeitsbedingungen für Lehrer, die Gewerkschafter brachten erstmals inhaltliche Vorschläge, hielten aber an ihrer Streikdrohung fest.
"Fünf-Punkte-Programm
Schmied präsentierte ein "Fünf-Punkte-Programm zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen", in dem sie den Lehrern u.a. die "vollkommene Neugestaltung der Konferenzzimmer", ein Netbook samt Wireless-Lan für jeden Pädagogen, die sofortige Einsetzung von Arbeitsgruppen für ein neues Dienst- und Besoldungsrecht und eine Ausweitung der Schulautonomie verspricht. Sie bot außerdem der Gewerkschaft die lange geforderte Einsicht in die Finanzplanung des Ressorts für 2009/10 an.
"Innere Schulreform"
Die Lehrer-Vertreter haben der Ministerin unterdessen eine "innere Schulreform" (Entlastung der Lehrer von Verwaltungsaufgaben, Effizienzsteigerung im Unterricht) als Alternative zur Ausweitung der Unterrichtsverpflichtung vorgeschlagen. Eva Scholik, Vorsitzende der AHS-Gewerkschaft zur APA: "Wenn es uns gelingt, die Schulstruktur zu entbürokratisieren, sind die Stunden viel effektiver. Dann brauchen wir auch keine zusätzlichen Stunden." Derzeit könne ein Lehrer wegen der vielen Störfaktoren im Unterricht von 50 Minuten nur 30 bis 40 unterrichten, sagte Pflichtschullehrer-Gewerkschafter Walter Riegler.
Scharfer Brief der Lehrer
Zu Beginn des Treffens hatten die Gewerkschafter Schmied noch einen harsch formulierten Brief übergeben, in dem sie sich "zutiefst empört" über die "von Ihnen losgetretene Diffamierungskampagne" äußerten. Nach dem Gespräch gab sich Riegler hingegen versöhnlich, er wolle "schauen, ob wir zu einer Lösung kommen". Das Fünf-Punkte-Programm der Ministerin bewertete er positiv, "wir sind bereit, diese Vorschläge der Ministerin mitzutragen". In Detailfragen waren die Lehrer-Vertreter jedoch weiter skeptisch. So sieht es für Riegler beim neuen Lehrerbesoldungsrecht "nicht so rosig aus". Und Scholik bezweifelt die Möglichkeiten für bessere Arbeitsplätze: "Wo sollen die Großraumbüros in den Schulen herkommen?"
Auch Schmied bewertete die Vorschläge der Gewerkschaft grundsätzlich positiv, "aber das Budgetproblem löst das nicht". Auf einen Kompromiss hofft sie dennoch: "Wir brauchen, glaube ich, noch ein paar Gespräche", so Schmied. Man werde nun von Treffen in der großen Runde zu Arbeitsgruppen übergehen: eine für ein neues Dienst-und Besoldungsrecht, eine weitere für eine Ausweitung der Schulautonomie. Riegler betonte allerdings, dass er zur "Gratis-Arbeit" der Lehrer zur Finanzierung von Schmieds Schulreformen weiterhin im Auftrag der Lehrer "Nein" sage: "Wenn die zwei Stunden ins Gesetz kommen, gibt es Streik".
(apa/red)
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