Sonntag, 29. März 2009

Neuer Reisepass mit Fingerabdruck kommt:
Fälschung ab heute "faktisch unmöglich"

  • Datenschutz: Infos werden automatisch gelöscht
  • Kosten für Pass bleiben unverändert bei 69,90 Euro

Ab heute werden in Österreich die neuen Reisepässe ausgestellt, auf deren Sicherheitschip auch die Fingerabdrücke des Besitzers verewigt sind, kündigte Innenministerin Fekter an. Fälschungen würden durch diese Maßnahme künftig "faktisch unmöglich". Erhältlich ist der neue Pass wie bisher bei den Bezirkshauptmannschaften, den Magistraten sowie den dazu ermächtigten Gemeinden.

Er kostet unverändert 69,90 Euro und ist zehn Jahre gültig, die Ausstellung wird fünf Tage dauern. Die Fingerabdrücke werden ausschließlich auf dem Chip gespeichert, zusätzlich zu den bisherigen Personaldaten.

Probelauf schon seit Dezember 2008
Die Österreichische Staatsdruckerei ist nach eigenen Aussagen bestens vorbereitet, übt man doch schon seit Dezember 2008: Im Rahmen des Probebetriebs habe man bereits "rund 30.000 Reisepassbücher mit Testdaten" hergestellt und geprüft, teilte sie mit.

Datenschutz soll gewahrt bleiben
Sowohl Fekter als auch die Staatsdruckerei strichen das Augenmerk auf Datenschutz hervor. Die Fingerabdruckdaten bei den Behörden würden "innerhalb von zwei Monaten automatisch gelöscht", versicherte die Innenministerin. Die Testdatensätze für den Probebetrieb seien "über eine eigene, verschlüsselte Datenleitung in den Hochsicherheitsbereich der Österreichischen Staatsdruckerei übermittelt" und dort "nach strengem Vieraugenprinzip von staatlich geprüften Mitarbeitern" bearbeitet worden, meldet die Staatsdruckerei.

Der Umstieg auf Reisepässe mit Fingerabdruck basiert auf einer entsprechenden EU-Verordnung, die von den Mitgliedsstaaten bis 28. Juni 2009 umgesetzt werden muss. (apa/red)

29.3.2009 18:14