Grimmiger Auftakt der Lehrer-Gespräche:
Harscher Brief stimmt Schmied ungnädig
- Dritte Verhandlungsrunde mit Gewerkschaft beginnt
- Ministerin präsentiert Lehrern "5-Punkte-Programm"
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Angst vor Gewerkschaft? Schmied hat keine
Die Lehrer sind in ungnädiger Stimmung in die Verhandlungen mit Unterrichtsministerin Claudia Schmied gegangen. In einem harschen Brief, der Schmied übergeben wurde, fordern sie einmal mehr die Offenlegung des Budgets. "Ohne Daten sind ernsthafte Verhandlungen nicht möglich", hält Walter Riegler, Vorsitzender der Pflichtschullehrer-Gewerkschaft, in dem Schreiben fest.
Die Lehrerschaft ist laut Riegler weiterhin "zutiefst empört" über "die von Ihnen losgetretene Diffamierungskampagne gegen ihren Berufsstand", schreibt er an Schmied. An den Dienststellenversammlungen vergangene Woche habe "eine überwältigende Mehrheit der KollegInnen" teilgenommen, und das "trotz massiver Störversuche auch aus Ihrem Hause". Die Lehrer lehnten die Arbeitszeit-Aufstockung "kategorisch" ab und seien "erzürnt", dass Schmied die Maßnahme "als Verbesserung der Schulqualität verkaufen" wolle, fasst Riegler die Argumente der Lehrerschaft zusammen: Eine höhere Unterrichtsverpflichtung bedeute mehr Schüler pro Lehrer, man wolle nicht "Gebäudemieten, Ausstattungsdefizite oder gar die entfallenden Studiengebühren an den Pädagogischen Hochschulen durch Gratisarbeit finanzieren". Schmieds Vorhaben würde "mehr als 10.000 Arbeitsplätze vernichten".
Konkrete Zahlen gefordert
Riegler will konkret wissen, wofür Schmied die 200 Millionen Euro, die sie im Vorjahr über ihrem Budget gelegen ist, ausgegeben hat, die Budgetplanung 2009 und 2010 seien für "Verhandlungen 'hinter verschlossenen Türen'" unabdinglich. Weitere Forderungen: Die Lehrer müssten von der "alles erstickenden Verwaltungsbürokratie" entlastet werden, Lehrer sollten mehr unterrichten können und sich weniger "dem Erlernen und Einüben grundlegender Verhaltensregeln" widmen müssen, es brauche "Maßnahmen gegen Gewalt an Schulen" und ausreichende frühkindliche Förderung. Außerdem müsse man in den kommenden Jahren die "geeignetsten" Bewerber für den Lehrberuf sichern, so Riegler.
Verbesserung der Arbeitsbedingungen
Trotz der Kritik beharrt Schmied auf ihrem Plan, die Unterrichtsverpflichtung um zwei Stunden zu verlängern. Sie will aber den Lehrern im Gegenzug ein "Fünf-Punkte-Programm zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen" angebieten. Dieses umfasst u.a. die "vollkommene Neugestaltung der Konferenzzimmer".
Allen 120.000 Lehrern will das Bildungsministerium im Laufe des kommenden Schuljahres 2009/10 in einem Stufenplan bei Bedarf ein Netbook mit W-Lan sowie eine E-Mail-Adresse für die Arbeit zur Verfügung stellen. An Bundesschulen sollen im kommenden Schuljahr alle Konferenzzimmer, die nicht modernen Standards entsprechen, "zu zeitgemäßen Großraumbüros mit Desk-Sharing nach finnischem Vorbild umgebaut werden".
Schmied bietet weiters die sofortige Einrichtung einer Arbeitsgruppe für ein neues Dienst- und Besoldungsrecht für neueintretende Lehrer mit höheren Einstiegsgehältern an. Die Arbeiten dafür könnten noch vor Beginn des Schuljahres 2010/11 abgeschlossen werden. Außerdem könnte für die Ministerin eine Arbeitsgruppe zum Ausbau der Schulautonomie im Zuge der Verwaltungsreform mit dem Ziel eingerichtet werden, den Schulen mehr Verantwortung im Bereich Ressourcen und Personal zu geben. Zudem verspricht Schmied, den bürokratischen Aufwand der Lehrer einzudämmen und wie bereits geplant die Lehrerausbildung neu zu gestalten.
(apa/red)
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