NS-Verbrecher Kumpf zurück in Österreich:
Ex-KZ-Aufseher nahm an Erschießungen teil
- 83-Jähriger soll 8.000 Menschen Tod gebracht haben
- Mutmaßlichen Taten sind jedoch bereits verjährt

Die USA haben den mutmaßlichen früheren KZ-Aufseher Josias Kumpf nach Österreich abgeschoben. Der heute 83-jährige soll während des Zweiten Weltkriegs im Zwangsarbeitslager Trawniki an der Erschießung von 8.000 jüdischen Männern, Frauen und Kindern beteiligt gewesen sein. Kumpf kann in Österreich aber nicht belangt werden, seine mutmaßlichen Taten sind verjährt.
Kumpf habe selbst zugegeben, Wache gestanden zu sein, als die Erschießungen stattfanden. Er habe den Befehl gehabt, auf Gefangene zu schießen, sollten sie zu flüchten versuchen, hieß es aus dem US-Justizministerium. Als Kumpf nach dem Krieg in die USA floh, gab er seine Mitgliedschaft in den SS-Totenkopfverbänden nicht an. Als ein Gericht Kumpf auf die Schliche kam, wurde ihm die mittlerweile erhaltene US-Staatsbürgerschaft wieder aberkannt.
Österreich ist laut Justizministerium gegenüber den USA verpflichtet, Personen zurückzunehmen, die ihre Einreisebewilligung in den Vereinigten Staaten durch falsche Angaben erschlichen haben. Der heute 83-jährige Kumpf war während des Massakers in Trawniki aber weniger als 20 Jahre alt, daher sind seine Taten in Österreich seit Mitte der 60er-Jahre verjährt. (apa/red)
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