Donnerstag, 19. März 2009

ÖGB-Vorstand stärkt Lehrern den Rücken: Bei Scheitern der Gespräche Streik möglich

  • "Für uns steht als oberstes Prinzip die Solidarität"
  • Folgar fordert mehr Geld für unser Bildungssystem

Der ÖGB stellt sich im Konflikt zwischen Unterrichtsministerin Claudia Schmied und den Lehrern voll hinter die Pädagogen. In einer Resolution des Bundesvorstands werden zusätzliche Mittel für das Bildungssystem gefordert. Bildungsreformen könnten nicht alleine durch politische Versprechen und auf Kosten einer Berufsgruppe stattfinden.

ÖGB-Präsident Erich Foglar betonte in einer Pressekonferenz nach dem Bundesvorstand, dass nunmehr ernsthafte Verhandlungen zwischen Lehrern und Ministerium stattfinden müssten. Ob der ÖGB im Falle des Scheiterns der Gespräche der Lehrervertretung einen Streik gestatten würde, beantwortete Foglar indirekt positiv: "Für uns steht als oberstes Prinzip die Solidarität."

Mangelnde Kommunikation
ÖGB-Vizepräsident Norbert Schnedl kritisierte, dass das bisherige Vorgehen der Unterrichtsministerin klar gegen die Sozialpartnertradition gehe. Vorschläge seien nur über die Medien ausgerichtet worden, statt in direkten Gesprächen mit den Lehrern zu einer Lösung zu kommen. Dabei sei nicht hinzunehmen, dass tausende Arbeitsplätze von Junglehrern infrage gestellt würden, erklärte der Vorsitzende der Christdemokratischen Gewerkschafter.

Gleichzeitig forderte Schnedl den Aufnahmestopp im Öffentlichen Dienst zu beenden. Gerade im Bereich Bildung sowie bei der Sicherheit seien Mehraufnahmen vonnöten.

ÖGB-Vizepräsidentin Roswitha Bachner wandte sich dagegen, einzelne Berufsgruppen gegeneinander auszuspielen. Es helfe auch niemandem in Kurzarbeit, wenn auf der anderen Seite Lehrer zwei Stunden mehr arbeiteten. Die Vizepräsidentin warnte auch davor, in der Pensionsdebatte die Generationen gegeneinander aufzuhetzen und kritisierte vehement Versuche, zwischen In- und Ausländern zu unterscheiden. Konkret kritisierte sie dabei die Freiheitlichen.

(apa/red)

19.3.2009 15:20
polarlicht, 19. 03. '09 21:11
Längst fällige Verhandlungen
werden hoffentlich bald geführt - und hoffentlich sieht Fr. BM Schmied ein, dass sie nicht richtig gehandelt hat. KEIN CHEF der Welt sollte es sich leisten, seinen Mitarbeiten durch die Medien mitzuteilen, dass diese zuwenig arbeiten! Aber wieder einmal sind die Lehrer die Buhmänner und -frauen der Nation und alle möglichen Leute geben unsinnige Meinungen zum Thema Schule ab.
Lasst endlich die wirklichen Experten verhandeln und dazu Stellung zu nehmen!
Schüler, 19. 03. '09 20:19
Ministerin soll ernste Gespräche mit den Lehrern führen
Die medialen Veröffentlichungen vergiften das Schulklima und viel gute Energie geht verloren.

Hoffentlich ändert sich das rasch!
hary1965, 19. 03. '09 17:28
Haltung der Gewerkschaft war klar
So wichtig die Gewerkschaft in früheren Jahrzehnten war so schädlich ist sie es heute. Sie vertritt nur die Privilegien der öffentlich Bediensteten die ohnehin im geschützen Bereich arbeiten. Die Interesse aller anderen Menschen sind für sie unwichtig, wie der Staat mit den öffentlichen Dienst finanziert, völlig uninteressant, uralte Privilegien sind da wichtiger. Uns droht eine völlige Pleite, die nächste Generation hat eine völlig ungewisse Zukunft, die jetzt 40 jährigen möglicherweise keine Pensionen. Trotzdem verhetzt die Lehrergewerkschaft Minderjährige Schüler mit völlig haltlosen Argumenten für ihre Zwecke. Wird die Regierung an dieser Gewerkschaft scheitern und nicht hart durchgreifen, werden Politiker wie HC Strache mit Absoluter Mehrheit die Macht übernehmen
mr.sauer, 19. 03. '09 18:14
Re: Haltung der Gewerkschaft war klar
Jetzt fehlt nur noch die Behauptung, dass der öffentliche Dienst an der Misere Schuld ist. Wo sind die Milliardengewinne, die alle Großaktionäre jahrelang eingestreift haben? Warum sollen nicht alle Bank und Versicherungsangestellten ihren Obulus leisten. Im Gegenteil. Die Bank Austria machte im Vorjahr einen Gewinn von 1 Milliarde und verlangt jetzt vom Staat eine "Geldinjektionen". Mich bitte nur nicht falsch verstehen. Mein tiefstes Mitgefühl an alle die Kurzarbeiten müssen oder überhaupt ihren Job verlieren. Selbverständlich sollen alle ihren Beitrag leisten,nur ich habe überhaupt kein Verständnis sich jetzt bei einer Bevölkerungsgruppe abputzen zu wollen, und die eigentlich Verantwortlichen dieser Misere werden es sich wieder richten können.
hary1965, 19. 03. '09 19:06
Re: Haltung der Gewerkschaft war klar
Natürlich ist nie nur einer Schuld, Banken haben mit ihrer Gier und Risikobereitschaft und Verführung der Konsumenten einen wesentlichen Teil mitverschultet. Alle Berufsgruppen im Privaten Bereich werden überhaupt nicht gefragt ob sie einen Teil beitragen wollen oder nicht, sie bekommen jetzt einfach die Rechnung. Politiker haben Wahlen gewonnen indem sie einfach mit Privilegien und Anstellungen im Öffentlichen Dienst Wähler überzeugt haben und für die Finanzierung ständig Schulden gemacht haben, ohne darauf zu achten wie uneffizient und aufgebläht dieser Bereicht arbeitet. Pragmatisierungen wurden einfach verschleudert und genau diese pragmatisierten Gewerkschafter verweigern nun wie ein verwöhntes Kind, jede Korrektur, alle andern müssen ihren Teil beitragen sie haben keine Lobby