Mittwoch, 18. März 2009

"Kirchen-Rebell" Friedl von Pension weit entfernt: "Ich bin noch nicht so unlebendig"

  • Mögliche Amtsenthebung "kratzt" den Pfarrer wenig
  • Seine Arbeit gelte nicht Kirche sondern Menschen

Josef Friedl geht davon aus, dass er bis zu seiner Pensionierung Pfarrer von Ungenach bleibt. Das sagte der 65-jährige Geistliche, der nach seinem Eingeständnis, seit Jahren mit einer Frau zusammenzuleben, als Dechant abgesetzt wurde, gegenüber mehreren österreichischen Zeitungen. Die Degradierung nimmt er ebenfalls gelassen, eine eventuelle Amtsenthebung "kratzt" Friedl nicht.

"Ich könnte noch heuer in Pension gehen. Aber warum sollte ich? Ich bin noch nicht so unlebendig", lässt Friedl keine Ambitionen erkennen, sich demnächst zur Ruhe zu setzen. Wann er geht, "hängt von meinem eigenen Befinden ab", gab er sich alles andere als amtsmüde. Dass er sein Amt als Dechant des Dekanates Schwanenstadt abgeben musste, sieht Friedl gelassen: "Das ist für mich kein Problem. Das war viel Arbeit. Ich hänge an solchen Sachen nicht." In einem Jahr wäre seine Amtszeit ohnehin abgelaufen.

Arbeit für die Menschen
Auf die Frage, ob er befürchte, nun auch als Pfarrer abgesetzt zu werden, zeigte sich Friedl ebenfalls unbeeindruckt: "Also das kratzt mich nicht. Darüber habe ich keine Minute nachgedacht. Ich bin gern Pfarrer und seit 40 Jahren Priester. Mit oder ohne Amt - was ich tue, tue ich nicht für die Kirche, sondern für die Menschen. Ich sage immer, wenn Probleme kommen, muss man sie auch bewältigen."

Zu seiner Lebensgefährtin, einer ehemaligen Religionslehrerin, die übrigens gar nicht im Pfarrhof wohnen soll, steht Friedl auch weiterhin: "Ich konnte und kann meine Beziehung nicht verleugnen." Er habe Freude am Leben sowie an der Arbeit und führe ein "gutes Privatleben". "Ich könnte mir kein schöneres Leben wünschen."

(apa/red)

18.3.2009 10:29
sidestep, 18. 03. '09 12:10
Schleimer
Über diesen Schleimer habe ich nichts mehr zu sagen außer dass er sowohl das Kircherecht als auch das zivile Recht so biegen und dehnen möchte, dass es genau auf seine Bedürfnisse zugeschnitten ist. Entfernt diesen Pfaffen (Pfarrer ist der für mich keiner mehr - auch nicht nach seiner Degradierung) endlich aus dem Kirchendienst.
Sensor, 19. 03. '09 10:42
Inquisitor Denuntiatus Sidestepius
Im Gegensatz z.B. zu einem eitlen "Gockel" wie Kardinal Canizares, der sich, wie ein jüngstes Foto zeigt, eine vier Meter lange Schleppe von zwei Dienern nachtragen läßt, statt bescheiden zu sein und emsig zu arbeiten, oder im Vergleich zu den Megaschäden, die Groer und Krenn in der Kirche angerichtet haben, ist Pfarrer Friedl geradezu ein Apostel der Nächstenliebe. Es wäre schade, wenn er sein Priesteramt aufgeben müßte.
1000 Jahre lang kam die kath. Kirche ohne Zölibat aus und es wird hoffentlich nicht mehr lange dauern, bis er wieder abgeschafft wird. Das Kirchenrecht ist Menschenwerk, biegsam und anpassungsfähig, wie die Geschichte oft gezeigt hat.
Selbstgerechte, arrogante Fundamentalisten, die glauben, dass sie die Wahrheit gepachtet haben, sind entbehrlich wie ein Kropf.