Dienstag, 17. März 2009

"Danke, niedersetzen!": Ministerin Schmied erteilt Vorschlag der Gewerkschaft Absage

  • Lehrer forderten Abschaffung der Ganztagsbetreuung
  • Faymann glaubt an Kompromiss bis zur Budgetrede
    Schreiben Sie uns IHRE MEINUNG zum Lehrer-Streit!

Unterrichtsministerin Schmied hat die Regierung über die aktuelle Situation in Sachen Lehrerarbeitszeit informiert. Vor dem Ministerrat hat sie dem Vorschlag der Lehrergewerkschaft, die Ganztagsbetreuung zu streichen, eine klare Absage erteilt. Das hieße, Reformen zulasten der Kinder umzusetzen". Ein weiteres Gespräch mit Lehrervertretern würde am kommenden Freitag stattfinden.

Sie erwartet jetzt Vorschläge der Gewerkschaft, so Schmied vor dem Ministerrat. "Ich habe die Lehrergewerkschaft schriftlich eingeladen und erwarte mir jetzt Vorschläge." Die Streichung der ganztätigen Angebote komme aus ihrer Sicht nicht infrage. Zum Vorschlag, schulautonome Tage zu streichen, wollte sie sich noch nicht äußern. Die Budgetsituation sei der Gewerkschaft bekannt. "Ich habe die Eckdaten erläuter, der Finanzbedarf ist klar", so Schmied.

"Rückendeckung" von Pröll
90 Prozent des Budgets seien Personalkosten. "Rückendeckung" erwarte sie sich jedenfalls auch von Finanzminister Pröll. Dass es einen hohen Handlungsbedarf gibt, sei auch durch die aktuelle PIRLS-Lesestudie bestätigt worden. Gemeinsam mit Wissenschaftsminister Hahn sollen deshalb "neue Wege" bei der Lehrerausbildung beschritten werden. Verbesserungswürdig sei ihrer Meinung nach auch die Beurteilungsfähigkeit.

Faymann hofft auf Kompromiss
Bundeskanzler Faymann geht davon aus, dass Bildungsministerin Schmied und die Lehrervertreter "bis 21. April" - also dem Tag der Budgetrede im Parlament - einen Kompromiss zur Umsetzung der Bildungsreform finden. Je früher eine Lösung gefunden werde, desto besser, sagte er am Dienstag nach dem Ministerrat. Das Ziel, nämlich eine "bessere Schule", sei jedenfalls nicht wegzudiskutieren. Vizekanzler und Finanzminister Pröll erwartet sich einen "Maßnahmen-Mix".

Gewerkschaft empört
Empört hat sich unterdessen die Chefin der AHS-Lehrergewerkschaft, Eva Scholik, auf den von Unterrichtsministerin Schmied versendeten Brief an alle Lehrer im Zusammenhang mit der von ihr geplanten Ausweitung der Unterrichtsverpflichtung reagiert. Die Christgewerkschafterin wertete das Schreiben als "peinlichen Versuch von Ministerin Schmied, die Unmutsäußerungen Tausender als Ergebnis der Agitation weniger Gewerkschaftsfunktionäre abzutun".

(apa/red)

17.3.2009 12:46
hary1965, 18. 03. '09 12:31
Pläne der Lehrergewerkschaft
Nachdem Verhalten der Lehrergewerkschaft kann man schließen dass sie Politik und Geschellschaft mit ihren Streikdrohungen und dummen Vorschlägen terrorisieren wollen und keine Änderung akzeptieren. Gibt die Regierung nach, werden verärgerte Steuernzahler und Eltern wohl einen starken Mann (Herrn Strache) wählen müssen, dieser wird dann politisch gestärkt aufräumen und es wird schlimmere Änderungen geben und den Staat zahlungsfähig zu halten, wollen das die Lehrer???
Susie4, 18. 03. '09 11:27
Völliges Unverständnis einer Mutter
Hat die Lehrergewerkschaft gegen die Einführung der Energieferien (jetzt Semesterferien) oder gegen 4 schulautonome Tage protestiert?
In einem Elternbrief wurde uns mitgeteilt, dass die 2 Stunden NICHT unseren Kinder zugute kommen bzw. nur Lehrerstellen abgebaut werden sollen. Woher nimmt die Gewerkschaft eigentlich die Arroganz, Fr. Schmid als Lügnerin hinzustellen?
Fr. Schmid: kaufen sie ein paar PC`s u. Schreibtische für`s Lehrerzimmer und dann gibt`s Anwesenheitspflicht von 8.00-17.00Uhr - wie für jeden anderen auch.
Ichfrau, 18. 03. '09 07:38
Verschiedene Informationen
Ich findes es sehr sachade, dass in den Schulen verschiedene Informationen an die Eltern weitergegeben werden, warum alle so in Aufruhr sind. Das ergibt nicht das Bild einer einheitlichen Lehrerschaft. Daher kommt natürlich auch der Unmut. Es gibt auch schon erste Bewegungen, dass die SchülerInnen streiken, weil ihnen die Vorgangsweise ihrer LehrerInnen auf die Nerven gehen.
Es kann nicht sein, dass diese Konflikte derart in der Öffentlichkeit und auf dem Rücken der Eltern und SchülerInnen ausgetragen werden und alle Beteiligten sollten schleinigst dafür sorgen, dass wieder Ruhe einkehrt.
hary1965, 17. 03. '09 19:25
Hier sieht jeder wieviel Zeit Lehrer eigentlich haben
90% der Kommentare sind Verteidigungsveruche von Lehrern die ständig erklären wie arm und gestreßt sie sind und wie böse die Ministerin ist die im Sinne einer höheren Qualtität und hohen Kosten der Schulen endlich etwas unternimmt. Aber gerade hier sieht jeder das die einzigen die ständig Zeit dazu haben Lehrer sind Schüler und andere Berufstätige müssen arbeiten
mr.sauer, 17. 03. '09 21:38
Re: Hier sieht jeder wieviel Zeit Lehrer eigentlich haben
Es ist ein Drama, wieviele Leute sich den Kopf zerbrechen, wieviele Stunden, Minuten und Sekunden ein Lehrer tatsächlich arbeitet, gleichzeitig aber glauben, dass eine (erfolgreiche / erfolgelose?) Bankerin nur den blassesten Schimmer davon hat, was für unsere Schule und Schüler (um die es eigentlich gehen sollte) das Beste wäre. Klassisches Beipiel für roten Rechenstift ansetzen. Im übrigen glaube ich nicht, dass die Gewerkschaft klug handelt BESTEHENDE Nachmittagsbetreuung zu streichen.
(flächendeckende Ganztagsschulen kann sich Österreich offensichtlich gar nicht leisten)
klaudiashit, 17. 03. '09 21:51
Re: Hier sieht jeder wieviel Zeit Lehrer eigentlich haben
Lieber hary 1965 - sei doch bitte so nett und und schlage eine zeit vor innerhalb welcher die lehrer - deiner meinung nach - posten dürfen. Selbstverständlich werden sich alle bemühen diese zeit einzuhalten.Falls du noch andere wünsche hast lass es uns wissen. Vielen, vielen dank.............
hary1965, 18. 03. '09 09:45
Re: Hier sieht jeder wieviel Zeit Lehrer eigentlich haben
Die Leute machen sich deshalb so viele Gedanken um die Arbeitszeit der Lehrer weil es keine Berufsgruppe gibt die 20 Stunden am Arbeitsplatz verbringt und 14 Wochen Urlaub hat und deshalb ist die Qualität der Lehre im Internationalen Vergleich gesehen so schlecht. Eine Bankerin vertshet scheinbar das sich die Gesellschaft derartiges nicht mehr leisten Gespart wird in Zukunft nicht bei Eltern und Kindern sondern bei Privilegien, auch Eltern und Steuernzahler werden auf die Strasse gehen und Streiken wie Lehrer, welche bei Streik sofort entlassen gehören, so könnte die Lehrerschwemme abgebaut werden
josef4, 17. 03. '09 19:00
Eine Frage
Fallen bei einem Turnlehrer der 100 Min unterrichtet auch für zu Hause 2 Stunden Vor- bzw. Nachbereitungszeit an?
anton2009, 17. 03. '09 20:10
Re: Eine Frage
Ein Turnlehrer wird sich sicher in der Vorbereitung Gedanken über den Verlauf der Turnstunden machen! Er hat allerdings aufgrund der Stundenwertigkeit eine höhere Lehrverpflichtung als beispielsweise ein Englischlehrer! 2 Stunden Vor- u. Nachbereitung benötigt er sicher nicht!
zei263, 17. 03. '09 17:29
Rechenstunde
Sparen bei Beamten, Null-Lohnrunden (Plural!), 500 Mill. Bundeszuschuss (in 2 Jahren) zu Pensionen,...

Zum Nachrechnen:
120000 Lehrer minus 10% = 12000 Lehrer. Das BMUK schreibt, dass ein
Bundeslehrer im Schnitt 60000,-€ kostet (vermutlich brutto, einschließlich
aller Lohnnebenkosten).
12000 x 60000 = 720 Mill., aber jährlich!!
Was macht die Frau Schmied oder die Herren Faymann und Pröll mit dem Überschuss
von 915 Mill.? (=2Jahre 720 Mill. weniger 525 Mill.)

Und noch etwas: Gewerkschaft erarbeitet sicher NICHT Wegnehmvorschläge für ihre Mitglieder!!
rites199, 17. 03. '09 22:03
Re: Rechenstunde
Dèr Überschuss geht in die Gesamtschule... Irgendwie muss die ja finanziert werden. Allerdings wird das NIE deutlich gesagt.
blaster, 17. 03. '09 15:15
entweder - oder
2 Möglichkeiten:
Entweder die Vorschläge der Ministerin sind schlecht, dann ist sie (samt ein paar Ministerialräten) rücktrittsreif.
Oder die Vorschläge sind gut und die Ministerin kann sie keinem einzigen Lehrer erklären. Dann ist sie an der Kommunikation gescheitert und genauso rücktrittsreif.
hary1965, 17. 03. '09 19:19
Re: entweder - oder
Nicht die Ministerin ist so schlecht sondern der Privilegienerhaltungverein Lehrergewerkschaft ist nicht fähig zu kapieren oder will es nicht wahr haben, dass die Leistungen der Lehrer mit ihren Gehalt nicht passen und etwas passieren muß aber nicht auf Kosten der Steuernzahler
rites199, 17. 03. '09 22:05
Re: entweder - oder
Wenn endlich einmal deutlich klar gelegt würde, wo die zwei Stunden/Lehrer/Woche verwendet werden. Glaubt hier wirklich noch jemand, dass die Stunden an den jeweiligen Schulen bleiben, um dort die Bildung zu verbessern?
Hat Frau BM Schmied je deutlich gesagt, WIE sie Verbesserungen durchführen wird? Oder deutlicher gefragt: WO?
I
pacemaker, 17. 03. '09 15:01
wer denkt eigentlich, bevor er was sagt?
Machtkämpfe und Profitgier auf Kosten von Bildung (= auch Wertevermittlung und positivere Zukunftentwicklung!). Eine perverse Gegenüberstellung zweier Tatsachen:
1. Die Wirtschaft unter dem Deckmantel "Krise" nützt Arbeitsnehmer bis zum Existenzminimum aus. Die Folge: Mütter müssen ganztägig arbeiten!
2. Die bis zum Hals abgesicherte Lehrerschaft fordert die Abschaffung der Ganztagsbetreuung! Folglich ist der Lösungsvorschlag der Lehrer offensichtlich: Auf die Strasse mit den Kindern!!!!
Es ist einfach nur noch .....!!!
rudi18, 17. 03. '09 13:51
Ferien streichen....
wie wäre es damit die Semesterferien zu streichen
und
die 5 schulautonomen freien Schultage

... macht zusammen 10 Tage mehr Unterricht von denen die Schüler tatsächlich etwas haben (darum sollte es ja gehen)

... allerdings spart das kein Geld, und darum geht es ja wohl bei der ganzen Sache in Wirklichkeit...
enibas63, 17. 03. '09 14:10
Re: Ferien streichen....
Kurze Berichtigung: Es sind 4 schulautonome Tage für die Schüler, 2 sinds eigentlich nur für die Lehrer, da sie die anderen 2 mit Elternsprechtagen hereinarbeiten.

Aber egal. Das zu streichen wär eigentlich kein Problem, spart aber kein Geld, wie oben schon gesagt.
Und die Variante unserer Frau Minister spart zwar schön viel Geld, bringt aber den Kindern nichts. Um die sollte es aber eigentlich vorrangig gehen bei der ganzen Sache.
mr.sauer, 17. 03. '09 14:20
Re: Ferien streichen....
Voll den Nagel auf den Kopf getroffen. Es darf doch kein einziger, nur halbwegs logisch denkender Mensch glauben, dass es der Fr.BM Schmied um unsere Schüler geht. Welche Ahnung von Pädagogik oder Schulunterricht 2009 kann eine Bankerin haben. Hier geht es nur ums Geld um nackte Zahlen und Einsparungen von.....und das geht doch nur beim Personal.
clsc, 17. 03. '09 14:48
Re: Ferien streichen....
Um den Lernertrag noch besser sichern zu können, die Leistungsbereitschaft der Bevölkerung zu demonstrieren und die 10% gratis mehr in der Klasse zu stehen, schlage ich eine Verlängerung der Unterrichtsstunde auf 55 Minuten vor. Das bringt der Ausbildung unserer Kinder viel mehr als alle Vorschläge der Frau Minister
Revelstoke, 17. 03. '09 15:04
Re: Ferien streichen....
Was da wohl der Wintertourismus davon halten würde... ?
anton2009, 17. 03. '09 20:16
Re: Ferien streichen....
Die Semesterferien (früher Energieferien) sind keine Erfindung der Lehrer sondern der Wirtschaft! Streichen wir diese und die autonomen Tage dazu! Das bringts für die Schüler! Der Aufschrei der Wirtschaft ist vorprogrammiert!
Leere Betten im Feber sind die Folge! Streichen wir auch die Winter- u. Sommersportwochen! Die gewonnene Zeit kommt wieder den Schülern zugute!
Ulf01, 17. 03. '09 12:23
Ganztagsbetreuung streichen, 45 Minuten je Stunde, was kommt da noch?
Je länger diese Debatten dauern umso mehr bin ich davon überzeugt, dass in unserem Land niemand weniger arbeitet als Lehrer und das bei Top-Bezahlung. Diese Meinung hatte ich vor einem Monat noch nicht. Ein großes Lob für diese Ministerin die zumindest den Versuch unternimmt diesen Sumpf trockenzulegen.
clsc, 17. 03. '09 14:21
Re: Ganztagsbetreuung streichen, 45 Minuten je Stunde, was kommt da noch?
Wenn der Lehrerjob so angenehm ist, wie viele Insiderwisser es in divesen Foren darstellen, dann werden wir ja in den nächsten Jahren eine Lehrerschwemme besonderen Ausmaßes haben und die so weitblickende Frau "Pleite-Bankerin"-Minister wird aus dem Heer der Lehrer die allerbesten auswählen können. Glückliches Österreich! Und dann sind wir alle aufgewacht. Schade! Leider die nächste Pleite der Frau Minister.
sidestep, 17. 03. '09 11:37
Was erwarten Sie sich Frau Ministerin?
Die Frau Ministerin erwartet sich Vorschläge der Gewerkschaft(!?). Warum soll die Gewerkschaft, mit der Sie, bevor sie das Schlamassel angerichtet haben, auch nicht gesprochen haben, die Bildungsreform für Sie ausarbeiten, können Sie mir dies sagen? Für was bekommen Sie ein Gehalt von rund 18.000.-Euro von dem die Lehrer, auf die Sie so losgehen nicht einmal träumen dürfen? Vielleicht damit die Gewerkschaft für Sie arbeitet? Ich habe einen guten Rat für Sie Frau Ministerin: "Packens Ihr Pinkerl un dankens ab". Leider werden Sie das - entgegen Ihrem Versprechen (weil damit haben Sie den Lehrern nicht "gedroht" sondern ein wie ein Geschenk anmutendes Versprechen gegeben) - nicht tun und haben damit ein leeres Versprechen mehr auf Ihrem Konto haben!
Rasso, 17. 03. '09 11:46
Re: Was erwarten Sie sich Frau Ministerin?
Kann ich nur beipflichten