Freilassung im Tschetschenen-Mord:
Nur noch drei Verdächtige sitzen in U-Haft
- Ein mutmaßlicher Täter in Polen im Gefängnis
- Für zwei Beschuldigte steht Haftprüfung noch aus

Nur mehr drei Verdächtige sitzen im Mordfall Umar Israilov in Wien in U-Haft - wie bereits vier Männer zuvor, wurde ein weiterer Tschetschene aufgrund der dürftigen Verdachtslage entlassen. Geschehen sei dies bereits am 20. Februar, nachdem die Staatsanwaltschaft einen entsprechenden Antrag gestellt hatte, so Christian Gneist, Sprecher des Landesgerichts.
Bei der heutigen Haftprüfung wurde die Verlängerung der Verwahrung eines der drei Verdächtigen rechtskräftig beschlossen. Über die U-Haft der beiden anderen Männer - darunter der mutmaßliche Fluchthelfer Otto K. - wird erst in einigen Wochen neu entschieden.
Ein Verdächtiger in Polen in Haft
Abseits der offiziellen Gerichtstermine gibt es rund zwei Monate nach der Ermordung des politischen Flüchtlings Israilov durch zwei Männer wenig Neues. Einer der mutmaßlichen Mörder befindet sich seit 19. Februar in einem polnischen Gefängnis. Noch gebe es keine Entscheidung über die Auslieferung von Turpal Ali J., so Gerhard Jarosch, Sprecher der Wiener Staatsanwaltschaft. Diese dürfte aber in den kommenden zwei Wochen fallen. Das Gericht in Polen habe jedenfalls schon alle notwendigen Unterlagen über den Fall erhalten.
Umar Israilov war am 13. Jänner nach einer Verfolgungsjagd durch zwei Männer in Wien-Floridsdorf auf offener Straße erschossen worden. Der 27-Jährige hatte mehrmals vergeblich um Polizeischutz gebeten. Die Familie des Opfers sprach nach der Tat von einer Verfolgung des Getöteten durch Männer des Tschetschenen-Präsidenten Ramsan Kadyrow. In den Tagen nach dem Mord hatte die Polizei in Österreich acht Tschetschenen wegen mutmaßlicher Beteiligung festgenommen. Fünf Personen wurden mittlerweile wieder enthaftet. (apa/red)
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