Montag, 16. März 2009

"Bin betroffen über Wortwahl und Haltung": Ministerin Schmied über Lehrergewerkschaft

  • "Schüler, Eltern und Lehrer wurden instrumentalisiert"
  • Unterrichtsministerin verfasst Brief an alle Lehrer

"Betroffen über Wortwahl und Haltung von einigen Gewerkschaftsfunktionären" zeigt sich Unterrichtsministerin Schmied in einem Brief an alle Lehrer. Darin verwehrt sie sich auch dagegen, dass "Schüler, Eltern und Lehrer für einzelne Funktionärsinteressen instrumentalisiert werden".

Einmal mehr betont sie in dem Schreiben, dass es sich bei der von ihr geplanten Ausweitung der Unterrichtspflicht um zwei Stunden "nicht um eine Einzelmaßnahme, sondern um einen Teil einer umfassenden Bildungsreform" handle. Vertreter der Gewerkschaft hätten bei ihren letzten Dienststellenversammlungen "Szenarien geschildert, die im Widerspruch zu den Motiven der geplanten Umschichtung Ihrer Arbeitszeit in das Klassenzimmer stehen", begründet Schmied das Schreiben. Ziel sei es, "dass Österreich in der Bildung den Anschluss an internationale Entwicklungen schafft". Bei Fakten wie geänderten gesellschaftlichen Erwartungen an die Schule, Klagen von Lehrern über Überforderung, einem hohen Anteil von "Risikoschülern" etc. dürfe man "nicht im Status quo verharren und zur Tagesordnung übergehen", argumentiert Schmied.

"Bei zwar steigenden, aber dennoch knappen Bildungsbudgetvorgaben des Finanzministers" seien Strukturreformen für die Erfüllung von Aufgaben notwendig, die es ermöglichen, "die Schule im Interesse der Kinder, Eltern und Lehrer zu verbessern". Als Beispiele nennt Schmied die bessere Förderung schon im Kindergarten, kleinere Klassen und Kleingruppenunterricht, Sprachförderkurse, neue Ausbildung für Lehrer, etc. Dies alles solle dazu beitragen, dass die Lehrer "mehr Zeit und Aufmerksamkeit ihren Schülerinnen und Schülern widmen können", so Schmied.

(apa/red)

16.3.2009 15:45
stabilis, 17. 03. '09 05:09
Weiterbildungszeiten
Es ist jedem Österreicher total unverständlich das die Lehrer nur 9 Monate im Jahr arbeiten für 14 Gehälter (sei es das es 40 Stunden pro Woche sind - glauben tut das fast niemand), es ist aber vollkommen unverständlich das die WEITERBILDUNG nicht in den DREI Monaten Ferienzeiten sondern auch während der Unterrichtszeiten erfolgt.

Wieso fahren Lehrer unterm Schuljahr auf Seminare und nicht in den Ferien? Wiegesagt, jeder Arbeitnehmer hat nur 5 Wochen Urlaub und muss zumeist seine Fortbildung in seiner FREIZEIT machen.

Einfach unverständlich!
sidestep, 17. 03. '09 08:09
Re: Weiterbildungszeiten
Liebe(r) Stabilis!
Was hindert Sie daran, sofort Lehrer zu werden und in dem angeblichen Schlaraffenland dieser Spezies auch viele Wochen Ferien zu haben? Mangelt es Ihnen vielleicht am notwendigen IQ oder am Fleiß der notwendig ist sich immer weiter fortzubilden und immer wieder auf die Schulbank zu sitzen um sich das notwenidge Know How anzueigenen? Übrigens ich bin weder Lehrer noch Gewerkschafter sondern nur ein Elternteil eines schulpflichtigen Kindes. Dies nur zum Verständnis, falls Sie mich bereits in eine von Ihnen geöffnete Schublade einordnen wollen!
stabilis, 17. 03. '09 09:14
Re: Weiterbildungszeiten
Ich hatte ebenfalls zwei Kinder durch 13 Jahre Schule zu bringen, keine Änderung der Lehrer, immer noch Notenkeule statt Pädagogik, vorallem während der Pubertät, teilweise veralteter Stoff, viele der "älteren" Lehrkörper waren bekannt dafür jedes Jahr die selben Schularbeiten zu bringen (soviel zum Thema VORBEREITUNG) und einige Lehrer in meinem Bekanntenkreise brüsten sich mit der vielen Freizeit (auch "ältere" Lehrer). Es mag junge, motivierte Lehrer geben, die verlieren in dem System mit den "älteren" Lehreren und Gewerkschaften aber bald ihre Illusionen und passen sich an - dann wieder die Notenkeule auspacken ist leicht. Für mich ist dieses System total krank! Es wird dringend Zeit das zu ändern! Bravo Frau Minister für das Stehvermögen!
sidestep, 17. 03. '09 10:33
Re: Weiterbildungszeiten
Sehr geehrte(r) Stabilis)!
Was können Lehrer für einen, wie Sie es ausdrücken - veralteten Lehrstoff - oder für das Notensystem? Da hätte Ihre Frau Minsterin, die Sie so loben, Handlungsbedarf. Das kann kein Lehrer ändern, das System - da gebe ich Ihnen recht - ist schlecht, kann aber nur von der Politik und nicht von den Lehrern geändert werden. Und dann habe ich noch eine Frage an Sie: Hatten Sie je den Mut, mit den Lehrern Ihrer Kinder von Angesicht zu Angesicht so zu reden, wie Sie hier posten? Ich hatte den Mut und fand offene Ohren und zum Teil großes Verständnis vor. Deshalb verteidige ich die Lehrer auch so vehement. Sie können weder für das System noch für die - wie Sie sagen - Notenkeule etwas dafür. Da ist die von Ihnen mit einem "Bravo" bedachte Ministerin allein zuständig!
stabilis, 17. 03. '09 23:54
Re: Weiterbildungszeiten
Mit Lehrern "offen" reden? Sobald man eine Kritik ausspricht kann man davon mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgehen das das eigene Kind Leidtragender ist. Jeder weiß doch wie es großteils (!) in den Schulen lauft - frustrierte Möchtegernpädagogen, wenig echt "gute" und motivierte Lehrer (das hört man an den Erzählungen der Kinder), die meisten Lehrer sind destruktiv.

Meine beiden Kinder waren sehr gute Schüler, eigentlich sogar "brave" Kinder, trotzdem gab es in den 13 Jahren (beide BHS) zu viele negative Fälle mit Lehrern, kein Respekt vor der Pubertät, frontaler Unterricht etc. - das Übliche eben! Ein mit mir befreundeter Direktor einer AHS hat mir diese "Zuweisungsthematik" erklärt - er kriegt die Lehrer zugewiesen, egal wie schlecht die sind - und wird die Schlechten nicht mehr los!
stabilis, 17. 03. '09 23:58
Re: Weiterbildungszeiten
Fazit für mich: das gesamte System ist krank und jeder Versuch, mehr für die Kinder zu tun wird von Geldsorgen der Minister und der Lehrergewerkschaft unterbunden!

Meine Forderung:

5 Wochen Urlaub im Jahr bei 14 Gehältern
Änderung des Benotungssystems
Keine fixe Zuweisung der Lehrer an die Schule
Klare Leistungskontrollen für beide Seiten
Alle Stunden sind IN der Schule abzuhalten (40 h)
Klassenhöchstzahl 20 Schüler
Klare Regeln / Abläufe für problematische Schüler
sidestep, 16. 03. '09 17:55
Wer da wohl wenn intrumentalisierte
Wer da wohl wenn insturmentalisierte? Sie, Frau Schmied wollten die Kronen Zeitung und hier insbesondere den Schleiner Peter Gnam und die übrigen Medien instrumentalisieren. Dies ist halt in die berühmte Hose gegangen. Weil Ihnen das nicht gelungen ist, rudern Sie nun zurück und schleichen sich wieder bei den Lehrern mittels Brief ein und wollen diese gegen die Gewerkschaft instrumentalisieren. Aber so dumm sind die Lehrer nicht, wie Sie sie einschätzen. Das wird auch in die Hose gehen. Und dann wird hoffentlich wer anderes gehen. In Einhaltung Ihres Wortes hoffe ich, dass Sie gehen werden oder werden Sie am Sessel picken bleiben (als sogenannte Sesselkleberin)?
zei263, 16. 03. '09 18:09
Re: Wer da wohl wenn intrumentalisierte
Wie viel kosten eigentlich diese Briefe der Frau BM Schmied? Wahrscheinlich wieder mit Farbdruck und Foto - nach vorheriger Airbrushkosmetik-Behandlung.
1 Brief = 1 Kuvert + 1 Farbdruck, Rohkosten geschätzt 0,50 Euro. x 120000 Lehrer = 60000 Euro! = 1 Bundeslehrer (schreibt zumindest das Ministerium, um die Neider zu wecken) für 1 ganzes Jahr: also 1 Brief kostet soviel wie 1 Jahr Unterricht für 1 Klasse!
mr.sauer, 16. 03. '09 20:17
Re: Wer da wohl wenn intrumentalisierte
Und nehmen sie gleich ihren Lieblingsexperten den Hr. Salcher mit. Ansonst kann ich nur sidestep zu seinem Bericht gratulieren. Ich habe noch nie einen BM gesehen, der seine Leute so diffamiert hat und auf schäbige und populistische Art und Weise "durch den Kakao gezogen hat. Tipp: Fr.Ministerin lesen sie die Briefe welche Meinung die österr.Bevölkerung von seinen Lehrern hat. Das gibt richtig Motivation für die nächsten Schuljahre (hoffentlich mit einer anderen BM)
sidestep, 16. 03. '09 17:48
Die Arme ist betroffen über die Wortwahl!
Wer Frau Ministerin - so frage ich Sie - hat den angefangen mit der Wortwahl die betroffen machte und die da sinngemäß lautete "Mir egal was die Lehrer machen, ich bringe mein Prgramm in jedem Falle durch, auch wenn sie streiken" usw.? Die Lehrer hätten viel mehr Recht betroffen zu sein. In Wirklichkeit suchen Sie nun einen Ausweg wie Sie aus dem von Ihnen verursachten Schlamassel ohne Gesichtsverlust herauskommen und beten im Geheimen schon, dass die Lehrer einsichtig sind. Zuerst groß angeben und dann klein beigeben. Am besten Sie gehen wieder zu ihrem Stylisten und lassen sich auf Steuerkosten schminken. Die Lehrer und die Gewerkschaft werden das schon ohne Sie hinkiregen. So haben beide was davon. Die Lehrer eine ordentliche Regelung und sie schauen halbwegs aus!
zei263, 16. 03. '09 15:00
Zum Nachrechnen:
120000 Lehrer, davon minus 10% = 12000 Lehrer. Das BMUK schreibt, dass ein Bundeslehrer im Schnitt 60000,-€ kostet (vermutlich brutto, einschließlich aller Lohnnebenkosten).
12000 x 60000 = 720 Mill., aber JÄHRLICH!!
Was macht die Frau Schmied oder die Herren Faymann und Pröll mit dem
so erzielten Überschuss von 915 Mill.?
(=2Jahre 720 Mill. weniger 525 Mill.)
armelehrer, 16. 03. '09 17:13
Re: Zum Nachrechnen:
Was Frau Schmied macht? Sie kann eben wie der Rest der Sozialisten nicht wirtschaften. Faymann hat dies doch auch schon bewiesen:
Er war es der gesagt hat es wird kein Postamt geschlossen, er war es der mit Geld vor der Wahl Stimmen gekauft hat - mit Geld das wir jetzt bitter nötig hätten. Er hat gesagt man muss die Beschäftigten an der guten Konjunktur teilhaben lassen - man sollte sie auch an den zu erwartenden Verlusten beteiligen - da sind alle Leute taub. Firmen müssen sich auch finanzielle Polster schaffen um in Kriesenzeiten zu überleben! Auch Minister sollten dies tun - aber mit Arbeit und nicht mit Versprechungen die keiner halten kann.
zei263, 16. 03. '09 14:58
Wahrheit 01?
NOCHMALS:
Die Schüler bekommen dadurch NICHT mehr Unterricht.
Die Rechnung an einer großen Schule lautet:
1700 Unterrichtsstunden dividiert durch 20 = 85 Lehrer.
1700 Unterrichtsstunden dividiert durch 22 = 77,3 Lehrer, als um etwa 10 % weniger.

Und dort, wo es (wenige) Lehrer mit 2 Überstunden gibt, die diese bei 2 Stunden dann NICHT mehr haben, ist das sogar eine Kürzung um 1 Achtel (rund 12,5%) - wohlgemerkt 1/8!, denn da fallen
dann auch die MDL-Zuschläge (die sind übrigens nicht so wie in der Wirtschaft 50%, sondern deutlich weniger! )weg. Und das ist ein Beitrag zur Krise und der
Erhaltung der Kaufkraft?

Zum Nachdenken: Wieso kann Frau BM Schmied 525 Mill. in 2 Jahren einsparen, wenn ALLE Lehrer im System bleiben?
armelehrer, 16. 03. '09 17:03
Re: Wahrheit 01?
ALSO:
Wer von den Lehrern hat sich aufgeregt als die Schülerzahlen auf 25 vermindert wurden? NIEMAND.
25 Schüler pro Klasse statt 30 Schüler bedeutet bei 5 Klassen Hefte für 25 Schüler weniger zu korrigieren - dies entspricht der Schülerzahl einer ganzen Klasse!!! Warum also die Aufregung ? Ein Lehrer soll also in Zukunft so viel arbeiten wie vor der Klassenschülerzahl Senkung.

Es bleibt zum Bedenken:
Warum hat Frau BM Schmid kein Geld? Wurde nach sozialistischem Vorbild Geld ausgegeben, das eigentlich erst erwirtschaftet werden muss? Wurden Versprechungen gemacht die wie so oft nicht eingehalten werden können?
zei263, 16. 03. '09 18:02
Re: Wahrheit 01?
Wenn wirklich 25 Schüler in einer Klasse wären, würde die Rechnung stimmen. Sind es aber nicht - zumindest nicht in den städtischen AHS. Es sollen ja keine Schüler abgewiesen werden. Und woher sollen die vielen Klassenräume denn kommen: die wachsen nicht.
2.Absatz: richtig, ist aber glaube ich keine Frage der Partei.