Auch Monaco gibt sein Bankgeheimnis auf:
Steuerparadies sagt dem Datenaustausch zu
- Fürstentum bisher bei Steuerflüchtlingen beliebt
- Bankwesen wichtige Einnahmequelle des Kleinstaats
·Vaduz will Amnestie
für Steuerflüchtlinge
Schweiz protestiert gegen
schwarze Liste der OECD
·EU fordert zentrale
Aufsicht für Banken
Globale Behörde soll auch
Versicherer überwachen

Mit Monaco hat das letzte namhafte Steuerparadies in Europa seinen generellen Widerstand gegen einen länderübergreifenden Austausch von Kontodaten aufgegeben. Das Fürstentum an der Côte d'Azur erklärte sich bereit, die Zusammenarbeit im Bereich der Steuerhinterziehung gemäß den internationalen Kriterien zu verbessern.
Monaco werde bei der Bewegung für Transparenz nicht draußen bleiben, teilte die Regierung mit. Das betreffe vor allem die Regeln der internationalen Wirtschaftsorganisation OECD für den Austausch von Informationen. Das zwischen dem französischen Nizza und der italienisch-französischen Grenze gelegene Fürstentum mit knapp 33.000 Einwohnern war bislang eines der bekanntesten Steuerparadiese. Das Bankwesen ist eine wichtige Einnahmequelle des Kleinstaats.
Wenige Stunden zuvor hatte auch die belgische Regierung angekündigt, sich aktiver als bisher am Kampf gegen die grenzüberschreitende Steuerflucht in der EU zu beteiligen. Im Laufe der vergangenen Tage hatten sich bereits Länder wie Liechtenstein, Andorra, die Schweiz, Österreich und Luxemburg bereit erklärt, das Bankgeheimnis zu lockern.
Damit begegneten sie der Gefahr, auf einer schwarzen Liste, die die führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) planen, als Zufluchtsort für Steuerbetrüger an den Pranger gestellt zu werden. Auf der seit 2000 existierenden Liste der OECD stehen seit einiger Zeit nur noch Monaco, Liechtenstein und Andorra. Alle drei hoffen, durch die nun gemachten Zugeständnisse nicht mehr als "unkooperativ" zu gelten.
(apa/red)

