SPÖ will die Manager in die Pflicht nehmen:
Gehälter sollen an Erfolg gekoppelt werden
- Wirtschaftssprecher Matznetter lobt deutsches Vorbild
- Regelung für börsennotierten Firmen vorgeschlagen

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Die SPÖ will die Manager für Riesenverluste bei Unternehmen in die Pflicht nehmen. Wirtschaftssprecher Matznetter sagte, man müsse diskutieren, wie der Staat in die Entlohnung von Firmenchefs eingreifen könne. Als Vorbild sieht er die deutsche Regelung, wonach bei schlechter Unternehmensentwicklung die Aufsichtsräte die Managergehälter kürzen müssen.
"Man muss das auch in Österreich diskutieren", forderte Matznetter gegenüber der "Presse am Sonntag". Bisher hätten Manager nämlich keine Verantwortung für eine schlechte Entwicklung der Firma. "Wenn heute ein Klein- oder Mittelunternehmer pleitegeht, gibt ihm niemand Geld. Der bezahlt jahrzehntelang die Schulden ab. Aber einem Manager gibt man noch eine hohe Abfertigung." Als Beispiel nannte Matznetter den früheren AUA-Chef Ötsch, der 1,1 Millionen Euro Abfertigung bekomme oder Ex-ÖBB-Chef Huber, "der hunderte Millionen an Spekulationsverlusten verursacht hat, dann die ÖBB wegen hunderttausenden Euro klagt, und die Bahn muss langwierig dagegen kämpfen".
Nach dem Willen Matznetters sollen alle börsenotierten Unternehmen in die neue Managergehälter-Regelung einbezogen werden, etwa durch eine Festschreibung im Börsegesetz. Wer die Spielregeln nicht einhalte, könne dann nicht an der Börse notieren.
Laut "Presse am Sonntag" ist die ÖVP von Matznetters Vorstoß nicht erfreut. Ein Sprecher von Finanzminister und ÖVP-Chef Josef Pröll sagte, es sei gerade in Zeiten einer Wirtschaftskrise "widersinnig, dass man den Manager zum Bösen macht, wenn es der Firma schlecht geht". Man habe "keine Absicht", in Verträge einzugreifen oder Regeln aufzustellen, meinte der Sprecher. Für Unternehmen, die staatliche Finanzhilfe in Anspruch nehmen, gebe es zudem ohnehin schon Beschränkungen.
(apa/red)

