Dienstag, 10. März 2009

Hartlauer wird doch kein Billig-Zahnarzt:
EuGH-Urteil kommt zehn Jahre zu spät

  • Diskont-Zahnkliniken sind nicht mehr rentabel
  • Expansion in Optik und Telekommunikation geplant

Robert Hartlauer hat sich vor dem Europäischen Gerichtshof durchgekämpft: Er darf jetzt Diskont-Zahnkliniken errichten. Doch das Urteil kommt dem Fotolöwen zu spät. "Wir freuen uns über die Entscheidung, bedauern jedoch, dass diese zehn Jahre in Anspruch genommen hat und sich in dieser Zeit die Voraussetzungen im Gesundheitssystem geändert haben", so Hartlauer. Er werde daher keine Kliniken in Österreich errichten. Viele vergleichbare Konzepte hätten Schiffbruch erlitten.

Hartlauer habe aufmerksam die internationale Entwicklung verfolgt. Unter anderem sei "McZahn" in Deutschland gescheitert. Die Billig-Zahnarztkette hatte 2008 Insolvenz beantragt. Das Hartlauer-Konzept für die Diskont-Zahnkliniken sei zehn Jahre alt, damals habe es eine "ganz andere Basis" gegeben, erklärte der Fotolöwe.

Hartlauer hatte laut früheren Angaben bereits im Jahr 2000 konkrete Pläne für eine Klinik in Wien eingereicht. Auf einem 2.000 Quadratmeter großen Grundstück war eine Klinik mit rund 100 Ärzten geplant. Die Investitionssumme hätte zwischen 7 und 10 Mio. Euro betragen.

Ausbau bei Optik und Telekommunikation
Jetzt will sich der Fotoriese auf seine Kernbereiche Optik und Telekommunikation konzentrieren und mit Hilfe neuer Shop-Konzepte seine Marktführerschaft ausbauen. 2008 seien vier "Optik-Pur" und fünf "Handy-Pur"-Standorte eröffnet worden. Heuer sollen 10 Handy-Geschäfte dazukommen. "Wir sind auf der Suche nach Top-Lagen in Einkaufszentren sowie hochfrequenten Innenstadtlagen", so Hartlauer. Auch bei den Hörgeräten gingen die Expansionsbestrebungen weiter.
(apa/red)

10.3.2009 14:34