Dienstag, 10. März 2009

Das "weiße Ballett" bläst zur Aufholjagd:
Real Madrid muss 0:1 in Liverpool aufholen

  • Juve vs. Chelsea unter Druck. Bayern schon durch
  • Ivanschitz hofft bei Panathinaikos auf einen Einsatz

Mit vier Achtelfinal-Rückspielen setzt die Champions League heute ihre Suche nach dem neuen Fußball-König Europas fort. Während Bayern München nach dem 5:0 im Hinspiel gegen Sporting Lissabon zu Hause vor einer besseren Trainingseinheit steht, sind die weiteren Duelle noch offen: Real Madrid will bei Liverpool ein 0:1 wettmachen, der Manninger-Club Juventus Turin muss zu Hause ein 0:1 gegen Chelsea aufholen, und Panathinaikos Athen von Andreas Ivanschitz verteidigt in der griechischen Hauptstadt ein 1:1 gegen Villarreal.

Die wohl spannendste Begegnung steigt in Liverpool, wo für die "Reds", die in der laufenden Champions League in neun Spielen (inklusive Qualifikation) ungeschlagen sind, richtungsweisende Tage anstehen. Denn schon am Samstag steht in der Premier League das Duell bei Tabellenführer Manchester United am Programm - alles andere denn ein Sieg würde die Titel-Hoffnungen endgültig begraben.

Liverpool wohl ohne Torres
"Es ist wichtig, dass wir an Real denken und nicht an ein anderes Spiel", forderte Liverpool-Coach Rafael Benitez seine Spieler auf. Auch seine eigene Zukunft könnte von den nächsten Ergebnissen abhängen. In der Offensive muss der Spanier gegen seine Landsleute allerdings wohl auf Fernando Torres verzichten, zudem ist Mittelfeldakteur Yossi Benayoun, der in Madrid traf, wegen einer Oberschenkelblessur fraglich.

Madrids Abwehrchef Fabio Cannavaro erwartet englisches Rasenschach: "Wir werden sehr viel Geduld haben müssen. Irgendwann werden wir ein Tor schießen", sagte der italienische Weltmeister und versprach: "Wenn wir in Liverpool gewinnen, lasse ich mir die Haare wachsen."

Schlagerspiel in Turin
Als zweiter von insgesamt vier englischen Clubs bläst Chelsea nach dem 1:0-Heimerfolg zum Angriff aufs Viertelfinale. In Turin soll die Alte Dame ein weiteres "Opfer" der blitzblanken Serie von Chelsea-Coach Guus Hiddink werden, unter dem die Londoner in fünf Spielen ebenso viele Siege feierten. Gegen die Italiener spricht zudem, dass sie in den vergangenen acht Europacupduellen mit englischen Clubs keinen einzigen Erfolg landen konnten.

Juventus, wo ÖFB-Teamtormann Alexander Manninger in der Reservistenrolle ist, hat sich indes auf starke Londoner eingestellt, gibt sich aber längst nicht geschlagen. "Chelsea ist Favorit", sagte Trainer Claudio Ranieri, "aber ich bin Optimist. Das ist mein wichtigstes Spiel, seit ich bei Juve bin, und ich will gewinnen, um vor noch wichtigeren Spielen zu stehen." Aber Chelsea hat das Weiterkommen schon eingeplant. "Wenn wir so weiter machen, werden wir hoffentlich noch die eine oder andere Champions-League-Runde überstehen", sagte der deutsche Mittelfeldstar Michael Ballack.

Juve hat den Ausfall des verletzten Mittelfeldmanns Mohammed Sissoko zu beklagen. Ranieri, der zwischen September 2000 und Juli 2004 Chelsea betreute, muss zudem auf Mauro Camoranesi verzichten, der aufgrund einer Rippenverletzung ausfällt.

Ivanschitz hofft auf Einsatz
Im Duell der Außenseiter stehen einander in Athen Panathinaikos und der CL-Halbfinalist 2006, Villarreal, gegenüber. ÖFB-Teamkapitän Ivanschitz kam zwar beim 3:0-Meisterschaftssieg von Panathinaikos über Larissa über die volle Distanz zum Einsatz, dürfte in der Königsklasse aber nur zweite Wahl sein. Die Griechen, die den ersten Viertelfinaleinzug seit dem Jahr 2002 im Visier haben, dürfen sich nach dem 1:1 in Spanien gute Hoffnungen machen, sind in den vergangenen fünf CL-Spielen ungeschlagen.

Entspannt wie lange nicht kann Bayern dem programmierten Abend-Spaziergang ins Viertelfinale entgegenblicken. Nicht einmal die von den Top-Stars Franck Ribery und Luca Toni angeführte Verletztenliste stellt nach dem 5:0-Hinspielerfolg des deutschen Meisters bei Sporting Lissabon ein ernsthaftes Handicap dar. Auch wenn Klinsmann seiner Warn-Pflicht als Trainer natürlich nachkam. "Auf dem Papier sieht es so aus, als ob es nur Formsache wäre. Aber so ist es nicht. Es ist kein Selbstläufer", sagte der 44-Jährige.

Eine echte Gefahr droht freilich nicht - schließlich müsste sich schon ein Fußball-Wunder von historischen Ausmaßen in der mit 66.000 Zuschauern ausverkauften Allianz Arena zutragen: Einen 5:0-Vorsprung zu verspielen, das hat noch keine Mannschaft im Europacup geschafft. Die höchste der erst sieben Heimniederlagen des FC Bayern in der Champions League war ein 0:2 gegen den AC Milan 2007. "Der Ausgang dieser Runde steht bereits fest", sagte denn auch Sporting-Trainer Paulo Bento. Ziel sei nur noch ein Abschied aus der Champions League "mit Würde und Stolz".

(apa/red)

10.3.2009 17:25