Pum beginnt mit dem nötigen Resümee:
"Analysieren und Nachjustieren" beim ÖSV
- Alpinchef zieht Motivationsveränderungen in Betracht
- Verletzungsbedingte Ausfälle machten zu schaffen

·Saison 08/09: Licht und Schatten beim ÖSV
Dominator Walchhofer & die Damen-Achillesferse
·Raich vergeigt den Gesamtweltcup-Sieg
Aus im letzten Slalom. 2 Punkte fehlen auf Svindal
·Eindeutig nicht
Von(n) dieser Welt!
Amerikanerin holt in Aare
ihre nächste Kristallkugel
·Die Gewinner der Alpinen Kristallkugeln
Von Lindsey Vonn bis
zu Aksel Lund Svindal
Nur eine Weltcupkugel hat es für Österreichs alpines Skiteam zuletzt 1996 gegeben, Michael Walchhofer sicherte dem ÖSV in der Saison 2008/2009 mit der Abfahrtwertung aber die wichtigste Einzeldisziplin. 13 Siege der Herren in 36 Bewerben und 5 der Damen in 34 sowie insgesamt 53 Podestplätze lautet die rot-weiß-rote Bilanz nach 70 Rennen, zum insgesamt 30. Mal und dem 20. Mal in Folge geht die Nationenwertung an die Alpenrepublik.
Nach dem so knappen Verlust des Gesamtweltcups beim Finale in Aare - Benjamin Raich fehlten in der Endabrechnung nur zwei Punkte auf den Norweger Aksel Lund Svindal - ist am Samstag das Stimmungsbarometer im Skiteam für kurze Zeit auf null gewesen, "aber es gibt viel tragischere Sachen, wenn man Daniel Abrecht sieht", meinte dazu Alpinchef Hans Pum, dem gefiel, wie Raich bis zum Schluss gefightet hat und wie er trotz des bitteren Ausfalls "als Mensch und als Sportler" agiert hat.
Was eventuelle Änderungen im System oder auf dem Betreuersektor betrifft, und ob diese groß sein werden, darüber kann Pum noch keine Auskünfte geben. "Wir werden genau analysieren und dann schauen, bei der einen oder anderen Sache muss man nachjustieren, keine Frage, aber ich nenne das Motivationsveränderungen. Wenn man den Erfolg in der Breite sieht, dann kann es nicht so schlecht sein."
Zehn verchiedene ÖSV-Sieger
Insgesamt acht Herren und zwei Damen trugen sich an den ersten Stellen der Siegerlisten ein, mit Klaus Kröll und Romed Baumann hatte es Premierensieger gegeben. Sehr freute sich Pum auch über den Entwicklungsprozess von Kathrin Zettel: "Sie hat vier Rennen gewonnen und die Goldmedaille bei der WM." Auch Anna Fenninger habe einen großen Sprung nach vorne gemacht und leicht übersehe man, dass Andrea Fischbacher Zweite des Abfahrtsweltcups geworden sei.
Das österreichische Skiteam hatte vor und während der abgelaufenen Saison viele verletzungsbedingte Ausfälle zu verkraften - Mario Scheiber, Hans Grugger, Andreas Buder, Rainer Schönfelder, Marlies Schild, Nicole Hosp, Maria Holaus, Christine Sponring, Michaela Kirchgasser. "Das ist eine ganze Mannschaft für andere Nationen. Und wir sollen das alles wegstecken? Auch als Österreich kann man solche Leute nicht vorgeben", hält Pum fest und meinte weiters: "Unser Damenteam ist ja ohnehin auch nicht so groß." Generell meinte er: "Ich hoffe, dass unsere Verletzten für die nächste Saison gesund werden und wieder an ihre Leistungen anknüpfen."
Österreicher gesättigt
Was die Nationenwertung betrifft, da hat Pum eine klare Idee, was die Meinung in der Öffentlichkeit ist: "Die zählt eh nichts, die wird erst wieder mal was zählen, wenn wir Zweiter werden. Dann wird das der wichtigste Pokal werden, den es gibt. Jetzt haben wir ihn so viele Jahre gewonnen, jetzt interessiert er keinen Menschen. Wenn wir ihn nicht gewinnen, dann werden alle schreien, aber wir werden alles unternehmen, dass wir ihn auch in Zukunft gewinnen". Die Konkurrenz sei stärker geworden, aber auch Österreich bekomme eine ganz starke Mannschaft, ist Pum überzeugt.
Pum hofft darauf, dass Renate Götschl (33) und Hermann Maier (36), die noch kein Auskünfte über ihre zukünftige Lebensplanung gegeben haben, ihre Karrieren fortsetzen. "Freilich, wir haben ja keine Altersklasse. Bei uns zählen die Leistungen. Und wenn sie die bringen wie Renate am Schluss und Hermann, der sensationell ein Rennen gewonnen hat, dann sind sie dabei. Das haben sie ja auch nicht geschenkt bekommen, das müssen die anderen erst bringen. Und es verstellt nicht irgendwer irgendwem was."
(apa/red)
