Samstag, 14. März 2009

Herren-Saison endet mit Erfolg des ÖSV:
Mario Matt entscheidet Slalomfinale für sich

  • Tiroler gewinnt vor Franzosen Grange und Lizeroux
  • Jean-Baptiste Grange sichert sich kleine Kristallkugel

Nach dem bitteren Einfädler von Benjamin Raich hat das letzte Herren-Rennen des Ski-Weltcup-Winters doch noch ein halbwegs versöhnliches Ende für die ÖSV-Truppe gefunden. Mario Matt rettete im Slalom von Aare, wo er 2007 Weltmeister geworden war, seine bis dahin eher verkorkste Saison und gewann vor den beiden Franzosen Julien Lizeroux und Jean Baptiste Grange. Für Grange reichte Rang drei zum Gesamtsieg im Slalom-Weltcup.

Matt war die Erleichterung über seinen 12. Weltcup-Sieg, den ersten seit 17. Februar 2008 (Zagreb), deutlich anzusehen. "Ich habe die ganze Saison gewusst, dass ich es drauf habe. Ich war super in Form, aber es wollte einfach nicht sein", meinte Matt, der in diesem WM-Winter vor allem bei sehr eisigen Verhältnissen mit Abstimmungsproblemen zu kämpfen hatte. Matt nahm jedoch seinen Ausrüster Fischer in Schutz, von einem Materialwechsel (eventuell zu Atomic) sei derzeit keine Rede. "Den Ski trifft keine Schuld, es hat einfach mit der Abstimmung nicht gepasst."

Die Verhältnisse in Aare passen für Matt aber nach wie vor perfekt. "Ich komme immer mit sehr guten Erinnerungen und sehr gerne hierher. Mir liegt Aare wirklich immer sehr gut", so Matt, dessen bis Samstag bestes Saisonergebnis Rang drei beim Slalom-Auftakt in Levi gewesen war.

Grange behält die Nerven
Überglücklich war auch Grange, der vor einem Jahr die Slalom-Kugel noch an den Italiener Manfred Mölgg verloren hatte, diesmal aber die Nerven hielt. "Die Situation war ähnlich wie vergangenes Jahr. Ich wollte trotzdem heute wieder alles riskieren, jetzt ist mir ein großer Stein vom Herzen gefallen", freute sich der 24-Jährige über den größten Erfolg seiner bisherigen Karriere.

Auch Herrencheftrainer Toni Giger konnte ein paar Stunden nach dem verpassten Gesamt-Weltcup schon wieder ein wenig lächeln. "Im ersten Moment war ich völlig leer. Aber ich muss sagen, dass ich wirklich sehr stolz auf den Benni bin. Mit seiner sportlich fairen Reaktion hat er wieder einmal gezeigt, dass er einer der allergrößten Sportler ist", zog Giger vor Raich einmal mehr den Hut.


Ergebnisse:
1.Mario MattAUT1:45,71+0,00 54,24- 51,47)
2.Julien LizerouxFRA1:45,80+0,09 (54,06-51,74)
3.Jean-Baptiste GrangeFRA1:45,86+0,15 (54,72-51,14)
4.Manfred MölggITA1:45,99+0,28 (53,69-52,30)
5.Marcel HirscherAUT1:46,21+0,50 (54,70-51,51)
6.Felix NeureutherGER1:46,36+0,65 (55,01-51,35)
7.Steve MissillierFRA1:46,50+0,79 (54,90-51,60)
8.Mattias HarginSWE1:46,57+0,86 (54,93-51,64)
9.Andre MyhrerSWE1:46,58+0,87 (54,69-51,89)
10.Manfred PrangerAUT1:46,66+0,95 (54,23-52,43)
11.Silvan ZurbriggenSUI1:46,80+1,09 (54,76-52,04)
12.Ivica KostelicCRO1:46,95+1,24 (54,21-52,74)
13.Reinfried HerbstAUT1:47,25+1,54 (54,78-52,47)
14.Bernard VajdicSLO1:47,41+1,70 (55,47-51,94)
15.Wolfgang HörlAUT1:47,58+1,87 (55,30-52,28)
16.Michael JanykCAN1:47,60+1,89 (55,98-51,62)
17.Patrick ThalerITA1:48,05+2,34 (55,46-52,59)
18.Jesper Riis-JohannessenNOR1:49,03+3,32 (56,50-52,53)
19.Romed BaumannAUT1:51,79+6,08 (56,33-55,46)
20.Patrick BechterAUT2:00,98+15,2755,941:05,04



Ausgeschieden im 1. Durchgang:
Aksel Lund Svindal (NOR), Benjamin Raich (AUT), Giorgio Rocca (ITA), Johan Brolenius (SWE), Peter Fill (ITA), Didier Defago (SUI)

Nicht am Start: Carlo Janka (SUI)

Ausgeschieden im 2. Durchgang:
Giuliano Razzoli (ITA), Ted Ligety



(apa/red)

14.3.2009 14:47