Freitag, 13. März 2009

Lindsey Vonn auch heuer nicht zu stoppen:
Titelverteidigung gelingt dank harter Arbeit

  • Österreichisches Know-how war am Erfolg beteiligt
  • Amerikanerhin hält bereits bei 22 Siegen im Weltcup

Lindsey Vonn hat in Aare die bisher beste Saison ihrer Karriere mit der erfolgreichen Verteidigung im Gesamtweltcup neuerlich gekrönt. Die 24-Jährige US-Amerikanerin, die bei den Weltmeisterschaften in Val d'Isere Gold in Abfahrt und Super-G gewann, ließ sich auch nach einem Unfall mit einer Champagnerflasche bei der WM und einer Daumenoperation nicht von ihrem Weg abbringen. Zielstrebig steuerte sie der großen Kugel entgegen, auch den Abfahrtsweltcup und den Super-G-Weltcup hat sie gewonnen. Vonn ist hart im Nehmen, aber stets mit dem Herzen bei der Sache.

Der gebürtigen Kildow, die im September 2007 den ehemaligen Rennläufer Thomas Vonn heiratete, liegt das Skifahren in den Genen, denn schon Großvater und Vater waren den zwei Brettln rennmäßig zugeneigt. Als Dreijährige machte sie ihre ersten Schwünge, mit neun fuhr sie die ersten internationalen Bewerbe, danach erfolgte dem Sport zuliebe der Umzug von Minnesota nach Vail. Vonn, die vier Geschwister hat (zwei Brüder und zwei Schwestern, wobei die Schwestern und ein Bruder Drillinge sind), hat mit ihrem Ehemann ein Haus in Park City bezogen, ihre Winterbasis ist aber Kirchberg in Tirol, wo sie auch drei Kühe und eine Ziege, die sie unlängst für Doppel-Gold bei der WM bekam, hüten lässt. Sie spricht mittlerweile ausgezeichnet Deutsch und liebt Kaiserschmarren.

Auch rennmäßig vertraut sie österreichischem "Know-how", ihr Trainer ist Alexander Hödlmoser, dazu kommen Fitness-Coach Martin Hager und Physiotherapeut Oliver Saringer. Betreut wird Vonn durch das Athletes Special Project von Red Bull, das vom ehemaligen ÖSV-Herren-Abfahrtstrainer Robert Trenkwalder geleitet wird. "Sie verfügt über so eine Professionalität, dass der Damenskisport sehr dankbar sein muss, dass es so was gibt", sagte der Tiroler Trenkwalder über seine Topsportlerin. Sie arbeite in jedem der vielen einzelnen Bereiche konsequent und habe deshalb jetzt diesen Standard erreicht.

Traumhafte Saison
"Ich bin sehr glücklich damit, ich habe mich beim Skifahren jedes Jahr weiterentwickelt. Was wir zusammen tun, hat mich dorthin gebracht, wo ich jetzt bin", sagt Vonn, die nach dem Motto "Hart arbeiten macht sich bezahlt" lebt, über diese Arbeitsbeziehung. Auch ganz am Anfang stand ein Österreicher, Erich Sailer, in dessen Buck-Hill-Akademie in Minnesota die junge Lindsey Rennfahren gelernt hat. "Kein hoher Berg, kein Pulverschnee, aber es war trotzdem Training", erinnert sie sich an die Anfänge.

"Seit ich neun bin, träume ich davon, bei Olympia zu gewinnen", sagt Vonn, die mit voller Kraft auf die Winterspiele 2010 in Vancouver/Whistler Mountain hinarbeitet. "Bei Olympia wird der Druck noch größer und alles noch schwerer, aber ich werde mich immer daran erinnern, wie ich mich bei der WM gefühlt habe. Was ich am Start gedacht habe. Ich hoffe, das wird mir helfen", sagte sie in Val d'Isere und erklärte, dass sie gemäß der Mentalität einer Nordamerikanerin stets mit ganzem Herzen fahre, ihre eigenen Ziele habe, ihre eigene Motivation und vielleicht mehr als jeder andere gewinnen möchte.

Bereits 22 Weltcupsiege
Bereits 2006 in Turin war sie die Hoffnung im US-Damenteam gewesen, doch machte ein Trainingssturz die Chancen zunichte. Bei der WM 2007 in Aare gewann sie Silber in Abfahrt und Super-G. Mittlerweile hält die Allrounderin - sie ist die beste Freundin der Deutschen Maria Riesch im Skizirkus - bei 22 Weltcupsiegen, es fehlt ihr nur noch ein Erfolg im Riesentorlauf. Ihren Spitznamen "Kildon" und das daraus resultierende "The Don" und "Don Don" verdankt sie Landsmann Bode Miller. "Wir waren in Innsbruck beim Bowling, und er hat meinen Namen falsch geschrieben."

Nie vergisst Lindsey Vonn ihren Mann zu erwähnen, der mit ihr den ganzen Winter auf Tour und eine große Unterstützung ist. "Wir sind ein großartiges Team. Es ist nicht leicht eine Beziehung zu halten, wenn man immer unterwegs ist. Aber warum sollte eine glückliche Beziehung leichter zu schaffen sein als ein Olympiasieg?" Sie wisse, was sie ihrem Ehemann zu verdanken habe: "Mein Mann ist der Hauptgrund, warum ich so viel Erfolg in den vergangenen zwei Jahren hatte."
(apa/red)

13.3.2009 13:22